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momentaufnahmenWenn der Adler mit Fisch nach den Ruderern wirft

Nach den ersten Kilometern findet unsere Mannschaft den Rhythmus. Unsere Ruder – die „Skulls“ in der Ruderersprache – ziehen zeitgleich durchs Wasser, der Doppelvierer „Reinickendorf“ mit Steuerfrau schnurrt über den Mirower See. Meine Augen können sich gar nicht sattsehen: Schilf, Seerosen, Wald, so weit das Auge reicht. Hier ein Kranich, dort eine Schwanenfamilie – nur selten stören Paddler die Idylle.

Rüdiger vom Ruderclub Tegel, der Organisator unserer Wanderruderfahrt zur Mecklenburgischen Seenplatte, erzählt Dönekes von früher. „Genau hier hat bei der letzten Tour ein Seeadler eine Wasserschlange aus dem See geholt!“ Puh, denke ich: Seeadler, Schlange, kleiner geht’s wohl nicht?

Etwas später, Rüdiger: „Schaut, ein Seeadler!“ Alle blicken hoch. Ein riesiger Vogel stürzt nach unten – und steigt mit etwas zwischen den Krallen auf. „Glaubt ihr mir jetzt?“, triumphiert Rüdiger – da lässt der Seeadler seinen Fang los, der platscht direkt neben einem unserer Boote ins Wasser.

Mirow 3.700 Ein­wohner*innen.

Der kleine Ort hat ein Schloss auf einer Insel im Mirower See, der über Kanäle und andere Seen mit der Müritz ­verbunden ist.

„Ein Geschenk“, ruft Rüdiger. Ich aber denke: Der wirft mit Fisch, weil er uns Störer loswerden will. Susanne Memarnia