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momentaufnahmenWenn Regeln irgendwie nicht so richtig gelten

Schön, diese Sonne! Endlich mal ohne dicke Jacke und Mütze zur Arbeit radeln. Wenn da bloß nicht all die anderen und lange nicht Gesehenen wären, die von der Sonne aus Bus und Bahn gelockt nun mal wieder auf dem Fahrrad sitzen. Weil das die Sache auf dieser an sich so schönen Verbindung aus dem Berliner Süden in die Innenstadt doch etwas erschwert.

Denn diese anderen müssen über den Winter die grundlegendsten Regeln des Radmitein­anders vergessen haben. Jedenfalls scheint etwa die Frau, die da so gemütlich in der Wegmitte vor sich hinradelt, von Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung noch nicht gehört zu haben, der „gegenseitige Rücksicht“ gebietet. Nichts gegen gemütliches Fahren, aber wieso dabei alle anderen ausbremsen, statt am Rand zu fahren? Vorsichtiges Klingeln hilft auch nichts, weil das nicht durch die Kopfhörer auf dem Kopf der Frau dringt.

Berlin-Kreuzberg

151.400 Ein­wohner*innen.

Zum links-grünen Ruf des Ortsteils hat auch der bekennende Radfahrer Hans-Christian Ströbele beigetragen. In Erinnerung an den 2022 verstorbenen Politiker und taz-Förderer hängt sein Rad im taz-Haus.

Ganz schwierig aber wird es, als man im Gleisdreieckpark Kreuzberger Boden erreicht. Dort ist einer, der auf Regeln verweist, sowieso schnell unter Blockwartverdacht. Was im links-grünen Dorado aber gar nicht geht, ist, entnervt „rechts vor links!“ zu rufen. Stefan Alberti

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