kampferprobt: „Die Medien verbreiteten Lügen über die Kohlekumpels“
Als die britische Regierung 1984 versuchte, die Kohlebergwerke zu schließen, streikten die Arbeiter. Viele linke Gruppen schlossen sich damals zusammen, um Geld für die Streikenden zu sammeln. Ungewöhnlich war bei uns, dass wir lesbische und schwule Aktivist:innen waren. Um uns solidarisch zu zeigen, machten wir uns auf den Weg zu den Bergarbeitergemeinden. Wir wussten nicht, was uns erwarten würde, und rechneten mit Homophobie. Aber als wir ankamen, stießen wir nicht auf Vorurteile, sondern auf Neugier.
Die Kohlekumpels erlebten damals, wie in den Medien Lügen über sie verbreitet wurden. Das war eine neue Erfahrung für sie, nicht aber für uns. Über die LGBT-Community wurden damals fast nur Lügen erzählt. Den Kampf gegen die Thatcher-Regierung verloren die Kumpels am Ende. Trotzdem unterstützte die Gewerkschaft in den folgenden Jahren unseren Kampf um Gleichberechtigung. Auch dank ihnen ist die LGBT-Community heute da, wo sie ist.
Sich über alle Grenzen hinweg mit anderen marginalisierten Gruppen zu verbünden, lohnt sich. Denn echte Veränderung kam nie von oben. Echte Veränderung kam immer von unten. Und das ist auch heute noch so.
Mike Johnson, 72, unterstützte mit anderen Queers die Proteste der britischen Kohlekumpels.
Protokoll: Amélie Richter
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