herzensort: Wenn die Kugel im Loch tänzelt
Jetzt laufen sie wieder, elf Pferdefiguren mit bunt bekleideten Jockeys und, ach, guck mal, ein Kamel ist auch dabei! 19 Schritte übers grüne Gras der „Kentucky Derby“-Bude auf dem Oldenburger Kramermarkt sind es bis ins Ziel, angetrieben von Rummelbesuchern, die eine rote Kugel in bunte Löcher rollen müssen – die sieben gelben bringen einen Schritt, die sieben blauen zwei Schritte, die drei roten drei. „Kommen Sie und lassen Sie die Pferde rennen, es sind noch Plätze frei“, sagt der Schausteller mit seiner Schaustellerstimme durchs Mikro, dann geht es los.
Für mich müsste es nichts sonst geben auf dem Jahrmarkt als dieses Pferderennen. Die Anspannung! Trotzdem die Kugel ruhig rollen! Am besten in die Mitte, in eins der roten Löcher! Der Nervenkitzel, wenn sie lange in einem Loch tänzelt, bevor sie reinfällt und das Pferd antreibt. Im Hintergrund, ohne aufzublicken, die Stimme des Schaustellers, „die 9 ist gut gestartet, die 4, jetzt liegt die 3 vorn …“ – die Glocke, „… die 4 hat gewonnen!“
Die Preise, die man sich aussuchen kann, sind egal. Hauptsache, die Kugel rollt.
Felix Zimmermann
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