herzensort: Down to Earth
Zubetonierte Flächen gehören eigentlich nicht zu meinen Lieblingsorten. Aber wenn ich da sitze, 12.000 Meter über dem Boden und schwitze, während ich meinem Sitznachbarn den Arm zerquetsche, sehne ich mir nichts mehr herbei als die Landebahn.
Ich weiß, das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel. Gleichzeitig ist die Landung das Gefährlichste am Fliegen und für mich trotzdem das einzig Gute daran. Meine Gefühle sind völlig irrational, aber das haben Ängste ja so an sich.
Die kilometerlange Betonbahn, verziert mit weißen Streifen, gesäumt von blinkenden Leuchten, sorgt deshalb für einen kurzen Glücksmoment nach stundenlangem Bangen. Mit 230 Km/h schweben wir auf sie zu, sind wir nicht viel zu schnell und dafür viel zu tief? Dann ein Rums, die Klappen bremsen. Offenbar so gut, dass wir nicht ins Flughafengebäude rasen. Meine Muskeln entspannen sich. „Einen schönen Aufenthalt oder willkommen zu Hause“, schnurrt es aus den Lautsprechern. Ich würde gerne jubeln oder wenigsten klatschen, aber das macht ja keiner mehr.
Sophie Fichtner
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen