die wahrheit: Inder in der U-Bahn
Witz komm raus
Dienstagmorgen. Unter Berlin. Ein ganzer U-Bahn-Wagen voller Inder. Alle still, verschlafen, müde. Plötzlich sagt einer laut: "Ai gatta mai, mai gatta ria." Und die Inder beginnen zu kichern und prusten, ja werfen sich weg vor Lachen. Das muss ja ein guter Witz gewesen sein. Schade, dass man ihn nicht versteht. War es ein in Indien populärer Schüttelreim? Da wir die Bedeutung der Wörter nicht kennen, können wir uns nur vom Klang und Rhythmus her dem Witz nähern. Zunächst haben wir die Klangfigur einer Anadiplose: die Wiederholung des Versendes am Versanfang, die sich zu einer Epanados ausweitet: die Wiederholung von Wörtern in umgekehrter Reihenfolge. Wobei das "ai" ein "ich" sein könnte, das "mai" ein "wir". Das "gatta" ist dann das Verb und heißt so viel wie "bin". Die Pointe besteht darin, dass bei der rhythmisch tänzelnden Umkehrung das "Ich" gegen das "ria" ausgetauscht wird. Und was bedeutet "ria"? Wie man sich frühmorgens in einer fremden Stadt eben fühlt. Der Spruch könnte frei übersetzt heißen: "Ich bin wir, und wir sind müde." Indischer Humor.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 290 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert