das wetter:
Narben
„Eine alte Wunde“, erklärte Tjard Wilbur, als Mala vorsichtig mit ihrem Zeigefinger über die leuchtende Narbe auf seiner Brust strich. Mala arbeitete seit Kurzem ebenfalls im Ökomarkt und packte Kosmetik in die Regale. Das Amt für ausgefallene Ausreden hatte sie vermittelt. Ihre raspelkurzen Haare leuchteten blau. Tjard hatte sie im Tierpark kennengelernt. Sie wusste alles über Giraffen und logistische Genrepoesie. Tjard verstand nur jedes zweite Wort, wenn sie beim Einräumen Kostproben zum Besten gab. Es dauerte eine ganze Weile, bis Mala ihm erlaubte, sie auf die Wegebierbrücke in der Nähe einzuladen. Ihr Finger befühlte die sanfte Hügelkette der Narbe. „Ein glatter Durchschuss. Bei meiner ersten Zeitreise. Eine versteinerte ostpreußische Redewendung“, behauptete Tjard Wilbur. Mala lächelte verschichelt, sie kannte bereits sein Lieblingswort spirkelig.
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