das wetter: julian gray:
Manchmal wusste Julian nicht, ob es wirklich von Vorteil war, diesen Spiegel zu besitzen. Gut, er hatte eine ordentliche Stange Geld für ihn hingelegt und würde noch einige Jahre daran abzahlen müssen. Doch richtig glücklich war er deswegen nicht. Solange er Pickel und Warzen, Halbglatze und Wulstlippen besaß, waren alle Leute nett zu ihm gewesen und hatten ihn geherzt und gekost. Selbst seine schwarzen Zahnruinen und die pralle Wampe hielten niemanden davon ab, stets ein freundliches Wort für ihn übrig zu haben. Doch was würde geschehen, wenn vielleicht fortan auch die Menschen um ihn herum seine prächtigen Locken und den makellosen Teint wahrnahmen, so wie es der Spiegel tat?
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen