brief des tages:
Nicht nur reden. Tun!
Betreff: Ein Reparaturcafé für die Welt!
Ich steh in einem Raum mit kaputten Dingen. Es riecht nach Werkzeug, nach Hoffnung und Kaffee. „Bring was mit, was nicht mehr funktioniert!“, stand draußen. Also hab ich die Welt mitgebracht.
Wackelkontakt bei Mitgefühl, rostiger Anschluss ans Miteinander. Kämpfe, die niemand braucht. Die Diagnose: nicht eindeutig. Aber eindeutig ernst. Der Egoismus summt laut wie ein altes Netzteil mit Kurzschluss. Empathie? Flackert. Wahrnehmung? Oft nur noch auf Standby.
Ich leg die Welt auf die Werkbank und suche die Stellen, wo’s klemmt, kracht, knarzt. Die Lötstellen zwischen Arm und Reich. Misstrauen läuft aus der Dichtung. Also fang ich an. Vorsichtig.
Ich ziehe die Schrauben an, wo Menschen nur noch um sich selbst kreisen. Wechsle den Filter im Denken: Zynismus raus, Mitmensch rein. Ich setze neue Sicherungen für Zivilcourage. Es braucht viele Hände, viele Blickwinkel, Fehlerfreude. Mut zur Improvisation. Vielleicht müssen wir immer wieder in den Keller steigen – nicht nur für uns selbst. Füreinander. Ich geh nicht raus aus dem Reparaturcafé mit einer heilen Welt. Aber mit dem Gefühl: sie ist heilbar. Karina Schaper
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen