piwik no script img

brief des tages

Willkommensdorf Riace – bewusst zerstört?

„Profitabler als Drogen“, taz vom 8. 8. 19

War die Autorin wirklich in „meinem“ Riace? Schon der Einstieg in den Artikel macht Stimmung und wird dem Ort nicht gerecht. In „meinem“ Riace gibt es neben Bar, Apotheke und Tabakladen noch einen Supermarkt, Geschäfte für Haushaltswaren und Elektrogeräte, ein Hotel, und lecker Pizza essen war ich auch. Sicher ist einiges falsch gelaufen, wie überall, wo es öffentliche Förderung gibt, und sich dann auch die dranhängen, die einfach nur das Geld abgreifen wollen. Die Autorin breitet das aus mit dem Hinweis: „Die Finanzpolizei hat Hunderte solcher Gespräche aufgezeichnet.“ Als sei es ganz normal, dass ein Bürgermeister über eineinhalb Jahre überwacht wird und all seine Gespräche aufgezeichnet werden – warum wird das nicht problematisiert? Warum schweigt die Autorin über den Zusammenhang zwischen Salvinis rassistischer Flüchtlingspolitik und der Zerstörung des Willkommensdorfes Riace? Etwas zu behaupten, was vermeintlich „alle sagen. Wirklich alle“, ist einfach nur anmaßend. Die Fördermittel für Riace wurden schon vor Salvini nicht mehr ausbezahlt, aber die Kosten der Flüchtlingsaufnahme liefen weiter. Elisabeth Voß, Berlin

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen