■ beiseite: Filmboard aktuell
Klaus Keil, Chef des Filmboards Berlin-Brandenburg, zog gestern vor dem Medienausschuß des Senats nach knapp zwei Jahren Arbeit Bilanz. Wissen wollte der Ausschuß vor allem, wie das Filmboard mit der Kürzung fertig wurde, die der Senat ihm 1996 auferlegt hatte. Mit nur noch 13,65 Millionen Mark (statt 19 Mio. im letzten Jahr) beteiligt sich Berlin an der Einrichtung. Brandenburg hingegen hat seinen Beitrag dieses Jahr noch einmal um eine knappe Million auf 10,785 Millionen aufgestockt.
Ob Keil 1997 mehr Geld erwarten darf, steht in den Sternen. Volker Kähne, Chef der Senatskanzlei, wollte nicht allzuviel Hoffnung machen. Man müsse schon froh sein, wenn es bei der diesjährigen Summe bleibe. Dabei waren zumindest die Vertreter von SPD und CDU von Kähnes Erfolgsbilanz wie von seinem marktorientierten Konzept sehr angetan. Kähne fördert nur Filme, die bereits Garantien von einem zukünftigen Verleiher haben, und verlangt detaillierte Marketing- und Finanzkonzepte. 62 Prozent aller 1996 geförderten deutschen Filme sind mit Filmboard-Geld zustande gekommen. Mit Kassenschlagern wie „Männerpension“ habe man, so Kähne, auf die richtigen Pferde gesetzt, nur so könne man sich die „Master School Drehbuch“ und andere Nachwuchsprojekte leisten. Wegen der Kürzungen liegen jetzt alle größeren Projekte auf Eis. Dabei gibt es einen „Regionalisierungseffekt“! Für jede Mark fließt etwa das Doppelte wieder zurück nach Berlin und Brandenburg – das ist Bedingung für die Förderung. Filmfirmen siedeln sich hier an oder wandern zumindest nicht nach Köln oder München ab, wo Keils recht zackiges Förderungsverfahren mittlerweile übernommen wird.
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