Abo-Spende für Inhaftierte
Schicken Sie die taz in den Knast
„Dieses Zeitungsabonnement bedeutet mir sehr viel. Es ist meine geistige Nabelschnur zur Welt.“
taz in den Knast – Was soll das?
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Gefangene sollen sich über „die Welt da draußen“ informieren können. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Resozialisierung, um sich nach der Entlassung zurechtzufinden.
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Informationsfreiheit ist ein Grundrecht. Das Lesen einer täglichen Zeitung gehört nach Artikel 5 unseres Gundgesetzes zu diesem Recht, „... sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“
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Freier Zugang zu Informationen ist in Haftanstalten jedoch nicht selbstverständlich. Deshalb hat die taz 1985 den Verein Freiabonnements für Gefangene e.V. mitbegründet, um Zeitungen an Gefangene zu vermitteln.
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Bis heute arbeitet die taz Genossenschaft eng mit diesem Verein zusammen und sorgt dafür, dass immerhin die gedruckte taz in die Gefängnisse kommt.
Was bedeutet die Seitenwende für die Knastabos?
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Seit dem 17. Oktober 2025 erscheint die taz werktags nur noch digital. Inhaftierte haben in Gefängnissen bisher keinen Zugang zu digitalen Informationen.
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Die wochentaz, unsere Wochenzeitung am Samstag, erscheint aber weiterhin gedruckt und kann somit auch von Gefangenen gelesen werden – wenn sie ein wochentaz-Abo als Spende erhalten.
Digitale Steinzeit in der JVA
Aber Gesetzesbrecher:innen etwas schenken?
Die taz hat nicht die finanziellen Mittel, um kostenlose Zeitungsabos zu ermöglichen. Aber wir können Abos vermitteln.
Seit über 40 Jahren bitten wir unserer Leser:innen ein taz-Abo in den Knast zu schenken. Nicht wenige Leser:innen fragen uns allerdings, warum sie Gesetzesbrecher:innen überhaupt etwas schenken sollen?
Die Antwort eines Gefangenen aus der JVA Münster finden wir sehr überzeugend:
„Ich glaube, es ist einem 'freien' Menschen, trotz aller sicherlich vorhandener lobenswerter Empatie, nur sehr schwer zu vermitteln, wie sehr u. a. der regelmäßige Bezug einer Tageszeitung das Leben eines Inhaftierten bereichert: Es stärkt das Gefühl – trotz allem – ein gleichwertiger, mündiger Mensch zu sein.“
„Ich lese die taz sehr gerne, weil von allem etwas drin steht, was man in anderen Zeitungen kaum findet. Aber in der taz steht das halt.“
Ermöglichen Sie Freiheit für Gedanken
Jede Zeitungsspende ist für Inhaftierte ein Zeichen, dass sie von der Welt da draußen nicht vergessen werden. Oft ist das Lesen einer Zeitung der einzige Außenkontakt und die Möglichkeit über Dinge jenseits der Gefängnismauern nachzudenken. Zeitung lesen ermöglicht ein Stück Gedankenfreiheit. Jede Zeitung wird von Gefangenen an durchschnittlich 5-6 Mithäftlinge weitergereicht. Mit dem Buchen eines wochentaz-Knastabos erreichen Sie also zugleich mehrere Inhaftierte und unterstützen zudem die taz.
Vielen Dank für Ihre Solidarität!
taz-Knastabos – ein Projekt der taz Genossenschaft
Die Vermittlung der taz an Inhaftierte ist ein von der taz Genossenschaft finanziertes Projekt.
Die Knastabos werden überwiegend von taz-Leser*innen und taz Genoss*innen gespendet. Arbeiten wie Spendenaufrufe, die konkrete Eingabe der Abos und die enge Zusammenarbeit mit dem Verein Freiabonnements für Gefangene e. V. werden von der taz Genossenschaft bezahlt. Konny Gellenbeck hat das Knastaboprojekt in den 80er Jahren mit viel Engagement angestoßen, seit vielen Jahren wird es von Genossenschaftsmitarbeiterin Irene Scheda weitergeführt.
Die Gründung des Vereins Freiabonnements für Gefangene e.V. ist eng mit der taz-Geschichte verknüpft: Die taz wurde 1978 von Menschen der damaligen linksalternativen Bewegung als Antwort auf den deutschen Herbst 1977 nach dem legendären TUNIX-Kongress gegründet. Aus Solidarität mit linken Leser*innen, die im Gefängnis saßen, begann die Vermittlung der taz an Gefangene. Schließlich gründeten Hans-Christian Ströbele - als ehemaliger Strafverteidiger und Kenner von Haftbedingungen, Johannes Eisenberg, Gert Behrens sowie Aktivisten aus dem taz-Umfeld 1985 den Verein Freiabonnements für Gefangene e. V. mit dem Zweck Gefangene mit Information und Bildung zu versorgen. Denn das Grundrecht auf Informationsfreiheit war in Gefängnissen oft eingeschränkt – und ist es bis heute: Der Zugang zu Internet und damit zu digitalen Medien liegt noch in ferner Zukunft. Eine gedruckte Zeitung können sich Gefangene jedoch meist nicht leisten.
Mittlerweile vermittelt der Verein bundesweit neben der taz über 40 andere Medien und Bücher an Inhaftierte, hat ein Kochprojekt für inhaftierte Frauen und wirkt mit einem Runden Tisch für ausländische Gefangene Benachteiligungen entgegen, schafft Vernetzung.