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Zwei Kinder starben in den Flammen

■ Feuer in Pension "Am Dammtor" / 20 Verletzte / Rauch behindert Löscharbeiten / Ursache unklar / Brandstiftung wird ausgeschlossen

/ 20 Verletzte / Rauch behindert Löscharbeiten / Ursache unklar / Brandstiftung wird ausgeschlossen

Ein zweijähriges Mädchen und ein fünfjähriger Junge sind gestern mittag bei einem Wohnungsbrand in der Pension „Am Dammtor“ Ecke Schlüterstraße/Moorweidenstraße qualvoll erstickt und verbrannt. Über 20 BewohnerInnen mußten mit Rauchvergiftungen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht oder im Großraumrettungswagen der Feuerwehr behandelt werden.

Um 12.17 Uhr war bei der Feuerwehr die erste Alarmmeldung eingetroffen. Im zweiten Stock der Pension, in der auch AsylbewerberInnen untergebracht sind, stand ein Zimmer lichterloh in Flammen. „Aufgrund der Vielzahl von Anrufen und Fersehaufnahmen, die uns von der Verkehrsüberwachung der Polizei eingespielt worden waren, konnten wir uns schnell ein Bild über das Ausmaß des Feuers machen“, so Feuerwehrsprecher Herbert Mertens. Vier Züge der Berufsfeuerwehr, zahlreiche Notarzt- und Rettungswagen sowie der Großraumrettungsbus der Feuerwehr rasten zum Brandort.

Über Steck- und Drehleitern sowie über das Treppenhaus kämpften sich die Löscher gegen den starken Rauch zum Brandherd vor. Über Drehleitern wurden zehn Personen von den Balkonen oder aus den Wohnungen der oberen Stockwerke gerettet.

Doch für den Jungen und das Mädchen kam jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehrleute konnten sie nur noch tot bergen. Sie hatten dort mit ihrer alleinstehenden Mutter gelebt, die mit den beiden Kindern aus Schwerin an die Elbe gezogen war.

In ihrem Zimmer, so die ersten Ermittlungen vor Ort, war das Feuer ausgebrochen. „Das Zimmer ist völlig ausgebrannt“, konstatierte Innenbehörden-Staatsrat Dirk Reimers, der ebenfalls zur Feuerstelle geeilt war, nach dem Ende der Löscharbeiten. Über die genaue Brandursache konnte die Polizei gestern abend noch keine Angaben machen. Brandstiftung oder ein Brandanschlag werden allerdings ausgeschlossen.

Polizeisprecher Peter König erklärte: „Entweder war es ein Kurzschluß oder die Kinder haben mit Feuer gezündelt. Genaueres können wir aber erst morgen sagen.“ Wegen des Feuers sind Teile des Hauses nicht mehr bewohnbar. Rund 40 Pensionsgäste, darunter ein Säugling und 13 Kinder, wurden mit dem Großraumrettungswagen in Notunterkünfte des Roten Kreuzes gebracht. Die Hilfsorganisation sagte zu, daß die Menschen dort bleiben können, bis eine Ersatzunterkunft gefunden ist. Kai von Appen

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