: Zoff um DEFA-Gelände
■ Brandenburg will Mitspracherecht / Streit um Gesellschaftsvertrag entbrannt
Brandenburg will in Kürze direkten Einfluß auf die Entwicklung des ehemaligen DEFA-Geländes nehmen. Das Kabinett wird dazu Mitte August über die Beteiligung des Landes an der Grundstücksentwicklungsgesellschaft für das ehemalige DEFA-Gelände, der Euromedien Babelsberg GmbH, entscheiden. Laut Kulturminister Hinrich Enderlein (FDP) drängt die Zeit, wenn Brandenburg sein Mitspracherecht bei den bevorstehenden Ansiedlungsentscheidungen wahrnehmen will.
Per Treuhandvertrag ist den Ländern Berlin und Brandenburg sowie der Stadt Potsdam beim Verkauf des Filmterrains im vergangenen Jahr an die Compagnie Immobiliere Phenix (CIP) insgesamt ein Drittel der Anteile an der Euromedien GmbH zugesichert worden. So soll dem unkontrollierten Agieren der CIP ein Riegel vorgeschoben werden, die als Immobilienunternehmen bis heute im Verdacht steht, lediglich das attraktive Grundstück vermarkten zu wollen.
Die öffentlichen Hände sollen deswegen über ihre Beteiligung Garant für Erhalt und Ausbau des Medienstandortes sein. Der Abschluß eines Gesellschaftsvertrages, der ihnen diese Möglichkeit geben würde, scheitert bisher an einem Punkt. Die CIP wolle sich das ausschließliche Recht zur Wahl des Geschäftsführers der Grundstücksentwicklungsgesellschaft vorbehalten. Brandenburg dagegen fordert dabei Mitsprache. Wenn die CIP allein einen Geschäftsführer als Vertreter ihrer Interessen einsetzen könne, bleibe die Beteiligung des Landes eine Farce. Da die CIP jedoch Gesprächsbereitschaft signalisiert habe, wird auf eine Einigung in den nächsten zwei Wochen gehofft. Berlin habe inzwischen „reges Interesse“ an diesem geänderten Gesellschaftsvertrag geäußert. ADN
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