■ Wortmeldung aus der Zelle: Carlos will keine Namen nennen
Paris (AFP) – Der seit Mitte August in französischer Haft sitzende Terrorist Carlos hat angekündigt, daß er bei einem Prozeß seine einstigen Auftraggeber nicht nennen will. „Keiner soll darauf zählen, daß ich befreundete Länder verraten oder Namen nennen werde“, erklärte Carlos in einer ersten schriftlichen Stellungnahme aus dem Gefängnis, die die Pariser Boulevardzeitung InfoMatin gestern veröffentlichte. Er sei immer noch „Mitglied der Organisation der internationalen Revolutionäre“ und „kein Denunziant“.
Unklar blieb zunächst, wie die Zeitung an die Exklusiv-Stellungnahme des Terroristen kommen konnte, der im Pariser Santé-Gefängnis in strenger Einzelhaft sitzt und außer zu seinen Anwälten keinen Kontakt zur Außenwelt hat. InfoMatin betonte, daß es sich nicht um ein Interview in eigentlichem Sinne handele. Über die Quellen schwieg sich das Boulevardblatt aus. Die Gefängnisleitung kündigte gestern eine Untersuchung an.
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