68projects: Wo Gemälde aus Teppichen wachsen
Foto: Courtesy 68projects and the artist
Die innere Uhr von Yevgeniya Baras scheint in einem anderen Rhythmus zu schlagen. Das könnte zumindest erklären, warum den Arbeiten der New Yorker Künstlerin eine merkwürdig aus der Zeit gefallene Anmutung anhaftet, nach den „Clocks Deep In Us“ hat sie ihre Einzelausstellung bei 68projects außerdem sogar betitelt. Kleinformatige Gemälde hängen dort an den Wänden, eigentlich vielmehr malerische Objekte. Baras hat sie mit Ölfarbe, Leinwand und Pinsel sowie allerlei Material, wie man es in Bastelkisten finden könnte, zusammengefügt, was ihnen eine gewisse – wenn man es so bezeichnen möchte – Trutschigkeit verleiht. Hingerissen lässt diese einen vor ihnen stehen bleiben. Baras arbeitet intuitiv und an mehreren Leinwänden gleichzeitig. Zunächst bepinselt sie jene ganz klassisch, dreht sie dann aber mittendrin um, heftet neuen Maluntergrund an, formt mit Pappmaché Ornamente, klebt Wolle, Holz, Steine oder profanen Teppichboden darauf. Was dabei herauskommt, lässt mal an die puzzelige Körperlichkeit der Malerei von Elizabeth Murray denken, mal an die mysteriöse Symbolik von Forrest Bess, ist aber vor allem von eigenen nie wirklich deutbaren Narrativen gespeist. Vielleicht könnte dieser Hinweis beim Entschlüsseln helfen: Die meisten der neuen Arbeiten entstanden im Sommer in Berlin. (bsh)
Bis 17. 11., Di.–Sa. 11–18 Uhr, Fasanenstr. 68
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