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Wenn jemand auf die andere Seite wechselt

Es ist verdammt früh und auf den Straßen hier in Ludwigshafen ist noch nicht viel los, selbst vor den Bauernhöfen Richtung Ortskern ist niemand zu sehen, wahrscheinlich arbeiten sie schon in den Ställen. Keiner sonst ist unterwegs, bis auf einen jungen Mann, der aus einer Seitenstraße kommt, er hat es eilig, grüßt kurz, wie man es hier tut, und verschwindet um die Ecke zur Hauptstraße hin.

Dort, hinter der Kirche, befindet sich der Bäcker des Ortes, und tatsächlich, man sieht es jetzt von Weitem, hier hat sich eine lange Schlange gebildet. Die Auswahl ist ja auch groß: Schweizer Brot, schwäbischer Hefekranz mit und ohne Rosinen, pagodenförmiges Laugengebäck. Vieles ist gar nicht vorne an der Theke, es wird auf Wunsch von hinten aus der Backstube geholt, das dauert und die junge Verkäuferin ist im Stress.

Bodman-Ludwigshafen

4.800 Ein­wohner*innen,

liegt am westlichen Ende des Überlinger Sees, mit Bodman auf der Süd- und Ludwigshafen auf der Nordseite dieses „Fingers“ des Bodensees.

Der Bäckermeister kommt kurz nach vorne und winkt jemand von hinten heran: „So, an deinem ersten Tag kannst du gleich hier anfangen“, sagt er zu dem jungen Mann von vorher, der noch in Zivil ist, und drückt ihm eine Schürze in die Hand. Der junge Mann zögert, dann sagt er: „Sie wünschen?“ Daniel Wiese

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