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Wenn einem mal die Kontrolle entgleitet

Schnee in Berlin ist meist ein kurzes Vergnügen, und wenn es überhaupt mal schneit, schneit es in den braunen Matsch auf den Straßen hinein. Das Resultat: ein Mehr an trostlosem Braun.

Am Sonntag aber lockt durchweg weiße Pracht nach draußen, die Hasenheide ist voll, Schneemänner säumen die Wege, und auf der zentralen Fläche des Parks tummeln sich die Kinder mit Spaß an einer Rutschpartie. Man wundert sich, wie viele Schlitten da aus Berliner Kellern geholt werden können, wenn doch mal Schnee liegt. Von den beiden Seiten der Freifläche, die die Form einer lang gestreckten Wanne hat, rutschen die Schlitten aufeinander zu, ohne dabei zu kollidieren. Die Kinder lösen das konfliktfrei.

Berlin-Neukölln

162.500 Ein­wohner*innen. Der Volkspark Hasenheide ist grüne Lunge und Sportplatz des Stadtteils. Wintersport wird gemacht, wenn möglich, und sonst halt viel gejoggt am historischen Ort: Im Jahr 1811 eröffnete Friedrich Ludwig Jahn hier den ersten Turnplatz in Preußen.

Tatsächlich aber sind die Hänge hier nicht so steil, dass wirklich Fahrt aufgenommen werden kann. Nicht so wie wenige Schritte weiter bei dem Hügelweg. Da braucht es mehr Verantwortung. Eigentlich. Gerade donnert ein Mann, vorn ein Kind eingeklemmt, den Weg runter. Und rammt einen ordnungsgemäß geparkten Jungen unten von seinem Schlitten. Im eleganten Purzelbaum geht der zu Boden. Als er sich belämmert hochrappelt, kommt das „Sorry“. „Ich konnte nicht mehr bremsen“, ächzt der Mann. Thomas Mauch

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