: Wenn die Bahn mal was zu bieten hat
Dass die Strecke Berlin–Hamburg saniert wird und die Fahrt über Umwege knapp 3 Stunden statt 2 dauert, ist bekannt. Dass die Abteiltür unter Geratter sich von selbst in einem fort auf- und zuschiebt und der vorbeieilende Zugbegleiter das nicht abstellen kann, muss man hinnehmen. Bevor ich rammdösig werde, verziehe ich mich ins Bistroabteil. Dass die Bonus-App die Freigetränke als eingelöst anzeigt und ich den Kaffee bezahlen muss: geschenkt.
Dass wir vor Lüneburg durch außerplanmäßige Standzeiten eine zusätzliche Stunde auf der Uhr haben, verstehe ich. Wir haben schließlich Winter.
Und dann kommt doch noch so etwas wie Freude auf: Beim nächsten Halt auf freier Strecke klebt plötzlich das gesamte Abteil mit der Handykamera am Fenster mit direktem Blick in den Wurfkessel einer Wildschweinfamilie mit Frischlingen, keine 20 Meter von den Schienen entfernt. „Oh, wie süß!“, „Gott sei dank sind wir geschützt vor dem Keiler. Das könnte sonst gefährlich werden.“ Auch für die Tiere, wenn sie auf die Gleise spazieren, denke ich.
Deutsche Bahn
33.400 Kilometer Schiene.
Die Bahn ist eine Baustelle, und die 278 Kilometer davon zwischen Hamburg und Berlin sind noch bis 30. April 2026 wegen der Generalsanierung voll gesperrt. Von da nach dort kommt man auf Umwegen.
Aber das Zugpersonal hat Oberwasser: „Sehen Sie, was die Bahn Ihnen bietet.“ Silke Mohr
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