: Wenn die Aussicht mal wirklich sehr schön ist
Eine Woche Wanderurlaub in den Bergen rund um Bayerisch Gmain. Im Rucksack die drei Klassiker: festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, ein dicker Schmöker. Und, ja, zugegeben, auch mein klischeebesetztes Bayernbild konnte ich nicht ganz zu Hause lassen.
Nach den ersten Tagen erwies sich alles, was ich einpackt hatte, als äußerst stimmig. Das WLAN: wahnsinnslangsam. Die Landschaft: wahnsinnsschön. Das Wetter: wahnsinnsschlecht. Und der Ort? Nun ja, wahnsinnskonservativ – durch meine rote Großstadtbrille jedenfalls.
Vom Wandern konnte doch auch der Regen nicht abhalten, die Gipfel wollten schließlich erklommen werden. Knapp drei Stunden war ich schon unterwegs, immer bergauf, nichts wahrnehmend als das eigene Luftschnappen und den Gesang der Vögel. Doch dann, plötzlich, war mein meditativer Fokus dahin. Der Grund: eine Bank! Oder viel mehr das, was ein Mensch mit Farbe auf dieser hinterlassen hat: „Zerschlag das Patriarchat!“ stand auf dem Holz.
Bayerisch Gmain
3.000 Einwohner*innen.
Die Gemeinde im Landkreis Berchtesgadener Land liegt am Weißbach, gleich auf der anderen Uferseite findet sich das österreichische Großgmain. Die Grenze dazwischen wird nun auch von Polizist*innen kontrolliert.
Meine Klischees? Hinfort. Die Aussicht, ja, ist wirklich wahnsinnsschön. Nina Schieben
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