: Wenn der Schnee ein wenig Krawall verspricht
Tief verschneit ist das Alte Land, das Obstbaugebiet im Süden Hamburgs, wo es noch Bauernhöfe mit Reetdach gibt. Selbst auf den schmalen Fahrbahnen liegt eine solide Schneedecke, was seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen ist. Die Autofahrer, leichte Panik im Herzen, tasten sich vorsichtig vor. Sie werden pampig, wenn ihnen Spaziergänger im Weg stehen und sie daran hindern, mit Schwung rutschige Rampen hinaufzufahren, um über den Deich zu kommen.
Auf einer engen Straße kommt von der einen Seite ein Kleinwagen und von der anderen der Sprinter eines Lieferdienstes. Beide fahren, bis sie sich frontal gegenüberstehen, kein Meter mehr zwischen ihnen. Links ist ein Entwässerungsgraben, rechts eine Obstplantage – ausweichen ist unmöglich, erst recht nicht bei dem Schnee.
Gleich gibt’s Krawall, denken wir Spaziergänger und bleiben sensationslüstern stehen. Wer wird wohl nachgeben und zurücksetzen?
Hamburg-Finkenwerder
11.600 Einwohner*innen.
Nach der schweren Sturmflut vom Februar 1962 wurden hier auf der Finkeninsel durch den Deichbau Landverbindungen geschaffen, sodass der Stadtteil heute faktisch keine Insel mehr ist.
Kurz tut sich nichts, dann gehen die Türen auf. Ein großer Mann mit Bart und eine kleine Frau steigen aus. Gleich haut er ihr eine rein, denke ich. Doch statt sich anzuschreien, fallen sie einander um den Hals, dann plaudern sie angeregt. Man kennt sich offenbar. Gernot Knödler
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