Wenn Pfarrer Klartext reden : Klare Ansagen von der Kanzel
Wer seine Verantwortung für die Schöpfung ernst nimmt, darf sie sich nicht rücksichtslos untertan machen
E inige niedersächsische Pastoren haben sich offenbar dazu hinreißen lassen, ihren Gemeinden von der Kanzel aus ins Gewissen zu reden. Das hat jetzt den organisierten Widerstand des Landvolks auf den Plan gerufen. Dessen Sprecher Helmut Brachtendorf ruft die Mitglieder dazu auf, polternde Pastoren zu melden – und verrät damit, wie es offenbar aus Sicht der Bauernschaft in der Kirche zugeht: top-down, vom Übergeordneten zum Untergeordneten.
Es hat schon einen sehr seltsamen Beigeschmack, wenn sich Brachtendorf aus allen Gemeinden berichten lassen will, wie die Pfarrer sich dort zu den Methoden der Landwirtschaft geäußert haben. Vermutlich ist das nicht in denunziatorischer Absicht geschehen. Sondern mit dem Ziel, im Gespräch mit dem Landesbischof Ralf Meister eine Argumentationshilfe zu haben.
Aber was erwartet sich das Landvolk vom Meinungsaustausch mit dem Bischof? Letztlich wohl doch eine kleine Handreichung für die Pastoren: Nicht so weit aus dem Fenster lehnen – und bei den „objektiven und wahren Fakten“ des Landvolks bleiben.
Meister kann froh sein, dass einige seiner Pastoren Position bezogen und sich mit Teilen ihrer Gemeinden angelegt haben. Wer seine Verantwortung für die Schöpfung ernst nimmt, kommt nicht darumherum, Klartext zu reden. Woran die Kirche leidet, sind bestimmt nicht gar zu konfliktfreudige Pastoren – eher zu viel Weichspüler.
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