Was fehlt …: … das Bankkonto
Seit der vergangenen Präsidentschaftswahl in Frankreich befindet sich der rechte Front National in einer Abwärtsspirale. Parteichefin Marine Le Pen scheiterte gegen Emmanuel Macron, die Partei begann, sich selbst zu zerlegen und jetzt will die zweitgrößte Bank des Landes, die Société Générale, ihre Bankkonten schließen.
Für die Beendigung des seit dreißig Jahren bestehenden Geschäftsverhältnisses gibt die Bank keine Gründe an. Der Front National hält das Vorgehen für einen Skandal und will es anfechten. Die Partei behauptet, sie habe keine Finanzprobleme, vielmehr mangele es der Bank an Demokratie und Pluralismus.
Dass die Geschäftsbedingungen einer Bank auf dem Vertragsrecht und nicht auf demokratischen Entscheidungen beruhen, sollte dem Front National bekannt sein. Eine Partei aber, die Gleichheit und Vielfalt mit Füßen tritt, muss sich nicht wundern, wenn ihr diese verwehrt bleiben. (taz)
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert