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Vorsicht vor Goldgräberstimmung

Vor spekulativen Abholzungen von Apfelbäumen im Havelland hat das brandenburgische Landwirtschaftsministerium gewarnt. Die von der EG ausgesetzte Rodungsprämie in Höhe von rund 8.000 Mark pro Hektar sei an strenge Bedingungen geknüpft. Prämien würden nur gezahlt, wenn die abgeholzten Baumbestände nicht älter als 20 Jahre waren und der gerodete Hektar einen Bestand von mindestens 500 Apfelbäumen hatte. Ferner müsse die Zustimmung des Grundeigentümers, entweder die Treuhandanstalt oder eine Privatperson, zum Fällen nachgewiesen werden. Vor dem Hintergrund einer EG- weiten Überproduktion von Äpfeln wurden in den einst mit großem Aufwand erweiterten Obstplantagen zwischen Lehnin, Werder und Neufahrland bislang über 1.000 Hektar Apfelbäume abgeholzt. Weitere Rodungen sollen folgen. Das Landwirtschaftsministerium beklagte, daß Obstbaugenossenschaften Plantagen teilweise in der Hoffnung kahlschlügen, die frei werdenden Flächen als Bauland oder Gewerbegebiet verkaufen zu können. Auch die Großkirsche, die auf Berliner Märkten sehr beliebt sei und demnächst auf Initiative des Umweltministeriums geschützt werden solle, würde abgesägt. Homer sprach in diesem Zusammenhang von einer „Goldgräberstimmung“ und warnte vor falschen Hoffnungen auf spekulative Gewinne.

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