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Vorgeführte Eintracht

Frankfurt/Main (dpa) – „In meiner Zeit in Frankfurt sind wir noch nie in ein so tiefes Loch gefallen wie jetzt.“ Zerknirscht, betrübt, erschüttert wie selten zuvor kommentierte Trainer Dragoslav Stepanovic das Ende der Meisterschaftsträume seiner Frankfurter Eintracht. Im nun schier aussichtslosen Rennen um den Titel mußten die Hessen mit 1:3 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach eine bittere Heimniederlage schlucken. Und das Trainer-Schicksal des Serben hängt nun an einem seidenen Faden: Folgt im Pokal-Halbfinale am Dienstag im Waldstadion gegen seinen künftigen Klub Bayer Leverkusen das Aus, dürfte die Amtsperiode von Stepanovic in Frankfurt vorzeitig beendet sein.

Mönchengladbachs Noch-Interimscoach Bernd Kraus war dagegen obenauf: „Wir haben heute gezeigt, daß der Fußball in Gladbach lebt.“ Von Beginn an trumpften die Gäste auf und ließen die Eintracht nicht zur Entfaltung kommen. „Wir sind vor heimischen Publikum noch nie so vorgeführt worden“, meinte Mannschaftskapitän Uli Stein. „Wir hätten leicht acht Dinger bekommen können.“ Nach dem Seitenwechsel kamen die Gladbacher durch Dahlin (51.), Klinkert (56.) und Kastenmaier (87.) zum völlig verdienten ersten Sieg in Frankfurt seit 1976/77. „Wir müssen jetzt nur so schnell wie möglich vergessen“, fordert Stepanovic vor dem Pokalspiel, das für die Eintracht zum Spiel des Jahres geworden ist.

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