: „Volkswirtschaftlich sinnlos“
Wenn vielleicht im Jahr 2010 im gemeinsamen Bundesland Berlin-Brandenburg ein neuer Großflughafen eröffnet wird, fehlt eine Kleinigkeit – die Flugzeuge. Das ist das Ergebnis eines „ganz anderen“ Gutachtens, das Airport-Lobbyisten seit drei Jahren mit Nichtbeachtung strafen. Die Thesen des Verfassers Hans- Georg Ungefug schmecken diesen nämlich nicht.
Ungefug hat lediglich berücksichtigt, was Lufthansa AG und die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) lieber ausblenden: der Wegfall des Duty- free-Geschäfts, die Einführung der Mehrwertsteuer im europäischen Luftverkehr, die Entwicklung neuer Großraum-Flugzeuge, der Ausbau des EU- Schnellbahnnetzes auf 30.000 Kilometer im Jahr 2005 sowie die Auswirkungen eines steigenden Umweltbewußtseins in der Bevölkerung. Das Fazit des Verkehrsexperten, der ein jährliches Wirtschaftswachstum von drei Prozent unterstellt, lautet: Im Jahr 2010 sind auf deutschen Großflughäfen nur rund „50 bis 70 Prozent der vorhandenen Kapazität“ ausgelastet. Investitionen in ihren Aus- oder Neubau seien deshalb „volkswirtschaftlich sinnlos“.
Ungefug hat 1992 bereits gefordert, daß die Bundesregierung ein deutsches und die Europäische Union ein europäisches Flughafen-Konzept vorlegen, um Investitionsruinen zu vermeiden. Die Berliner und Brandenburger Landesregierungen interessierten sich bis heute nicht für Ungefugs Gutachten, sondern nur für die Milliardenbeträge, die mit dem Bau des „Megaports“ in die Region fließen sollen. Dirk Wildt
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