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Versuchte Erpressung gegen Tengelmann

Berlin. Ein Ehepaar steht wegen versuchter Erpressung der Tengelmann-Ladenkette seit gestern vor der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin. Um Druck auf die Konzernspitze auszuüben, waren in vier Tengelmann-Filialen in Hannover Lebensmittel mit Chemikalien gespritzt worden.

Der 27jährige Georg B. hatte am 30. Mai 1991 eine Fahrt von Berlin nach Kiel in Hannover unterbrochen. Mit Einwegspritzen fabrizierte er in Joghurt-, Fleischsalat- und Schoko-Puddingpackungen ein Chemikaliengemisch, das keine Vergiftungen hervorrufen konnte. In Briefen an die Tengelmann-Zentrale drohte er mit Vergiftungen der Kunden. Über ein Funknetz und Anzeigen in der 'Welt am Sonntag‘ verabredete er für den 5. Juli 1991 die Hinterlegung von fünf Millionen DM. Ein von Georg B. benutztes Funkgerät wurde von der Polizei in einem von seiner 22jährigen Ehefrau gemieteten Ford Fiesta entdeckt. Nach der Festnahme des Ehepaares fand die Polizei zahlreiche Beweisstücke.

Während Nicole B. die Kenntnis des Erpressungsversuchs bestritt, räumte ihr Ehemann ein, den Geldüberbringer durch Funktelefon zu verschiedenen Anlaufpunkten geschickt zu haben. Dies will er im Auftrag eines »Kurt« gegen eine versprochene Belohnung von einer Million DM getan haben. Den großen Unbekannten hätte er kennengelernt, als er in einer Gruppe »bestimmte Aktivitäten gegen das Regime in der DDR« betrieben hatte. adn

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