piwik no script img

Verlag für Götterspeise

■ Anne Gesine Roggendorf gründete „Ambrosia„-Verlag

Das schöne Wort „Ambrosia“ hat nicht nur den Vorteil, daß es, bei alphabetischen Aufzählungen vorne erscheint, es klingt auch und läßt sich vieldeutig verdeutschen: Die Götterspeise der Unsterblichkeit bezeichneten die Griechen derart wohlklingend. Unter diesem Namen hat in Bremen Anne Gesine Roggendorf einen Verlag angekündigt, Wolfgang Schiesches (Klartext) wird den Druck besorgen.

Im dem neuen Verlag sollen die Leute, „die immer unter den Teppich gekehrt werden“, mit Esoterischem, Philosophischem und Lyrischem aus der Region ein Forum finden. Bei der Vorstellung am Freitag abend in der Villa Ichon gab es einige Kostproben. Es lasen vor allem Autoren, die bei Ambrosia ein „Bremer New Age-Jahrbuch“ verlegen wollen: Hagen van Beek, der „Endzeit-Charly“ C. Kruse („Meine Karriere begann 1985, als ich den Achimer Literaten-Treff gründete“), John E. Boner als Philosoph und Zahlenmystiker im Gefolge des Pythagoras, die Lyrikerin Inger Mathieu (Roggendorf: „Sie geht wie wir alle von der Orientierungslosigkeit aus“) und Anne Gesine Roggendorf selber, die sich als Mütterrechlerin eigener Art vorstellte. Ihr „Matriarchat ohne Macht“ soll für die Frauen nicht wegen Erfolgen in der Männerwelt, sondern um ihrer Mutter-Rolle willen Achtung schaffen, mit der sie sich dem „Daseinssinn“, sprich: der „Zeugungskette“ zur Verfügung stellen.

Roggendorf will auch den Nachlaß von Hermann Rademann und Heinrich Schriever veröffentlichen. Vom 1. April an soll es „Am Dobben 82“ (neben der türkischen Videothek) auch einen Ambrosia-Laden geben mit Esoterik, Lebenshife und Kunstgewerbe als Speise für die Sterblichen.

K.W.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen