■ Telegramm: Türkei: Kinkel über Menschenrechte bedrückt
Istanbul (rtr/AFP) – Die Lage der Menschenrechte in der Türkei ist nach den Worten von Bundesaußenminister Klaus Kinkel (FDP) bedrückend. Türkische Menschenrechtsorganisationen hätten ihm erneut von Folter in Polizeigefängnissen, dem Verschwinden von Menschen und mangelnder Meinungsfreiheit berichtet, sagte Kinkel am Donnerstag zum Abschluß seines Türkeibesuchs. Ein Gerangel um diplomatisches Protokoll hatte zuvor ein Treffen Kinkels mit dem ranghöchsten türkischen Militärvertreter, Generalstabschef Ismail Hakki Karadayi, verhindert. Kinkel weigerte sich, Karadayi im Generalstab aufzusuchen, weil er protokollarisch ranghöher steht als ein General. Karadayi, der inoffiziell als mächtigster Mann in der Türkei gilt, wollte sich seinerseits nicht in Kinkels Hotel begeben.
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