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Todesstrafe in USA besser als in China?

betr.: „Amnesty vergleicht Äpfel mit Birnen“, taz vom 17. 6. 99

[...] Na toll, es wird die US-amerikanischen Todeskandidaten ungemein trösten, daß sie streng nach dem Buchstaben des Gesetzes von den Vertretern eines allmächtigen Rechtsstaates verurteilt worden sind. Da ist die Verabreichung der humanen Giftinjektion für den Deliquenten natürlich viel leichter zu ertragen als die barbarischen Genickschüsse, mit denen die verurteilten Chinesen exekutiert werden. Merkt Eberhard Seidel gar nicht, wie zynisch es ist, im Zusammenhang mit der Todesstrafe von „rechtsstaatlichen Verfahren“ zu reden bzw. zu schreiben?

Was ist falsch daran, die USA für ihr angeblich humanitäres Engagement im Kosovo zu kritisieren, weil sie selbst gegenüber den eigenen Bürgern nicht einmal die Mindeststandards der Menschenrechte einhalten? Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und China. Was allerdings die permanente Mißachtung und Verletzung des Individualrechts auf Leben betrifft, sind beide gleich. Uwe Tünnermann, Lemgo

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