Tarifstreit im Flugverkehr: Warten auf Ver.di

Zwischen dem Flughafensicherheitspersonal und den Arbeitgebern gibt es eine Annäherung. Warnstreiks sind jedoch möglich - inklusive Flugverspätungen.

Hat in Deutschland noch nie gestreikt: Flughafensicherheitspersonal. Bild: ap

KÖLN taz | Arbeitgeber und Gewerkschaft haben die Tarifverhandlungen für die rund 15.000 Flughafensicherheitsleute am Montagabend vertagt. Die Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands BDWS, Cornelia Oktara, sprach von einem "Entgegenkommen beider Seiten." Auch der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Ver.di, Rolf Lemm, kehrte das Positive heraus: "Es sieht besser aus als vorher."

Dennoch bleiben Streitpunkte. In der Sitzung ihrer Tarifkommission am Mittwoch könnte Ver.di daher Warnstreiks beschließen. "Über die Wahrscheinlichkeit gebe ich keine Prognose ab", sagte Lemm.

In den schon seit November 2010 dauernden Gesprächen geht es vor allem um drei Punkte: die Laufzeit befristeter Verträge, flexiblere Arbeit und die Frage, ab wann Unternehmen Zahlungen an ihre Beschäftigten einstellen dürfen. Beim Thema Befristung hat sich die Arbeitgeberseite, bestehend aus dem Verband BDWS sowie den Unternehmen FraSec und FIS, nun überzeugen lassen. Sie wollen Arbeitsverträge in Zukunft auf höchstens 24 statt bisher 42 Monate befristen.

Ungeklärt bleibt ein anderer Punkt: Laut Ver.di wollen die Arbeitgeber ihre Beschäftigten an monatlich bis zu 10 Tagen flexibel arbeiten lassen. Mit kurzfristiger Ankündigung müssten sie sich Tage freihalten, an denen sie je nach Bedarf eingesetzt werden. Die Gewerkschaft befürchtet, die Mitarbeiter könnten dadurch Arbeit und Verdienst weniger planen, ihre Freizeit werde eingeschränkt. Höchstens acht solcher Tage hat Ver.di den drei Verhandlungspartnern zugestanden. Auch einen Mindestverdienst für solche Einsätze will die Gewerkschaft den Arbeitgebern abringen.

Die Sitzung am Mittwoch dürfte entscheidend für den weiteren Verlauf sein. Im Vorfeld hatten Gewerkschaftsmitglieder aus Nordrhein-Westfalen mit Warnstreiks gedroht, sollte es am Montag nicht zu einem Ergebnis kommen. Es wären die ersten Streiks des Flughafensicherheitspersonals in Deutschland. Unternehmen und Bundespolizei bereiten derzeit Notfallpläne vor.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de