Sylvia Prahl sucht nach den schönsten Spielsachen:
Seit Neuestem müssen ausrangierte Klamotten in unserem Haushalt heimlich entsorgt werden. Denn meine Tochter behauptet, sie könne alles noch sehr gut gebrauchen. Aus der ollen Jeans soll ein Rucksack werden, aus dem verknubbelten Fleece-Pulli ein Kuscheltier, aus der zerlöcherten Regenjacke so eine hippe Hüfttasche, die man aber um die Schulter trägt. Alles Superideen, aber wann die Vorhaben auch umgesetzt werden sollen, bleibt fraglich. Und der Müllhaufen in der Abstellkammer wächst. Am Samstag holen wir uns noch mehr Ideen, in der Werkstatt „Web dir was!“ im Technikmuseum. Zwischen 11 Uhr und 16 Uhr erstellen Kinder ab 6 Jahren zusammen mit ihrer erwachsenen Begleitung aus alten Kleidungsstücken neue Kostbarkeiten. Sie weben, flechten, nähen oder stricken aus zerschnibbeltem Plunder Schlüsselanhänger, Stiftehalter oder Schmuckstücke. Ein nichtgammelnder Halloweenkürbis wäre auch eine Idee. Und wenn Oma an Weihnachten in ihrem neuen Untersetzer ihre alte Bluse wiedererkennt, gibt es bestimmt ein großes Hallo (www.sdtb.de, Altbau, 1. OG, keine Anmeldung und Vorkenntnisse erforderlich, Einstieg jederzeit möglich, Workshop kostenlos, Museumseintritt).
Wie wohl ein gewebtes Vogelhäuschen bei den sogenannten Standvögeln, die sich die Tortur des in den Süden-fliegens sparen und den Winter hier verbringen, ankommt? Das können Kinder zwischen 7 und 11 Jahren beim Spaziergang „Natur für Kinder: Vogelbeobachtung im Herbst“ durch den Britzer Garten herausfinden. Dort lädt Dirk Kuring vom Freilandlabor Britz Nachwuchsornithologen ein, zwischen 13 Uhr und 16 Uhr mit ihm die hiergebliebenen Vögel zu beobachten und ein paar Wintergäste zu entdecken – schließlich ist Berlin für einige Vögel schon tiefster Süden (www.freilandlabor-britz.de, Entgelt: 4 €, Anmeldung: 7033020).
Einfach mal nur dasitzen, nix machen und sich unterhalten lassen, von mir aus auch mit Spannung, geht im Kino sehr schön. Oder im Museum. Das MachMitMuseum veranstaltet auch in diesem Herbst wieder eine Filmreihe mit tiptop Kinderfilmen, deren Pate Tom Tykwer ist und die von der Sektion „Generation“ der Berlinale begleitet wird. Am Samstag wird um 18.30 Uhr der finnische Spielfilm „Vilja und die Räuber“ von 2015 vorgeführt: Der 11-jährige Vilja erlebt seine Ferien ganz anders als gedacht. Er wird nämlich aus Versehen von einer Räuberfamilie entführt. Wie wohl „shit happens“ auf Finnisch heißt? Im Begleitprogramm können sich die Zuschauer*innen ab 8 Jahren kesse Räuberzinken basteln (www.machmitmuseum.de, 7 €).
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