: Swissair verliert die „Luft“
„Swiss“, die neue Schweizer Fluggesellschaft, nimmt erste Konturen an
BASEL taz ■ Klein, aber sehr, sehr fein wird die neue helvetische Airline namens „Swiss“ sein – zumindest wenn es es nach den Plänen von Tyler Brûlé geht. Der Gründer des Lifestyle-Magazins Wallpaper und jetziger Inhaber einer britischen Brand-Agentur präsentierte gestern sein Konzept vom neuen Namen und Auftritt jener Fluggesellschaft, die ab 1. April als Nachfolgerin der im Herbst gegroundeten Swissair starten wird. „Die Schweizer haben mit trendy nichts am Hut“, begründete der 32-Jährige den minimalistischen, grafisch an die Siebzigerjahre erinnernden Schriftzug. Als Vielflieger hasse er die optische Belästigung auf den Flughäfen. Der rotweiße Schriftzug mit Schweizerkreuz soll auf Tradition und Schweizer Qualitätsdenken verweisen. „Swissair“ banal auf „Swiss“ zu kürzen, darauf waren selbst die heftig spekulierenden Medien erst zuletzt gekommen.
Unbescheiden, aber nicht neu sind die Qualitäten, die Crossair-Chef André Dosé dem neuen Carrier verschreibt: Perfekte Dienstleistung, Sauberkeit, Effizienz, Innovation und Stilbewusstsein. Eine ganze Reihe von Verbesserungen soll allen Fluggästen zugutekommen, so etwa Verpflegung aus Porzellan statt Plastik und persönlich ausgeschenkter Wein. 2003 will man mit 14,8 Millionen Passagieren viertgrößte europäische Airline sein und schwarze Zahlen schreiben.
Der neue Name ist angesichts seiner Alltäglichkeit rechtlich nicht schützbar, hingegen aber seine Darstellung – „Swiss“ ergänzt mit den Bezeichnungen in den vier Landessprachen. In Verhandlungen ist man mit einer Hand voll „Cyber Squatters“, die sich haufenweise Domain-Namen reservierten und jetzt teuer verkaufen. Ungelöst ist die Frage, mit welchen Gesellschaften „Swiss“ künftig zusammenarbeiten will. Die Zürcher Weltwoche jedenfalls spekuliert über eine bilaterale Kooperation mit der Lufthansa. PIETER POLDERVAART
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen