Studie zur Erderwärmung: Heiß, heißer, am heißesten

Von einem bestimmten Punkt an wird es nur noch wärmer werden. Eine Studie prognostiziert ab 2047 jährlich Hitzerekorde – mit verheerenden Folgen für die Tropen.

Sieht schön aus – aber wo sind die Fische des ehemaligen Sees? Die Erderwärmung schadet der Artenvielfalt. Bild: ap

WASHINGTON ap | Bei einem weiteren Ausstoß von Treibhausgasen wie bisher wird die Welt 2047 den Punkt erreichen, ab dem jedes Jahr Hitzerekorde gemessen werden. Das geht aus einer Studie von US-Wissenschaftlern hervor, die am Mittwoch im Wissenschaftsjournal Nature veröffentlicht wurde. Ein Team um den an der Universität von Hawaii lehrenden Bio-Geografen Camilo Mora stellte seine Berechnungen aus 39 Computersimulationen mit Hunderttausenden von Daten für 265 Städte und Regionen zusammen. Ihren Ansatz bezeichnete die nicht an der Studie beteiligte US-Professorin Jane Lubchenco als innovativ, das Ergebnis als ernüchternd.

Denn die Schwelle zu dem Punkt, von dem an es nur noch wärmer wird und kein zurück mehr gibt, ist für einige Städte in der Welt nur noch ein Jahrzehnt entfernt. Referenzpunkt für die Berechnungen ist das in 150 Jahren Wetteraufzeichnungen gemessene heißeste Jahr, 2007. Die indonesische Stadt Manokwa erreicht den Berechnungen zufolge den Punkt, von dem an es nur noch Hitzerekorde gibt, 2020. Kurz darauf folgt Kingston auf Jamaika.

In den folgenden beiden Jahrzehnten erreichen 59 Städte den Punkt, von dem ab sie ein neues Klima haben werden – Singapur 2028, Mexiko-Stadt 2031, Kairo 2036. Als letzte von 265 berechneten Städten wird Anchorage in Alaska diesen Punkt 2071 erreichen. Die Fehlertoleranz liegt bei fünf Jahren.

Mora sagte, er und seine Kollegen hofften, dass ihre Berechnungen die Regierungen bewegten, mehr gegen den Klimawandel zu tun, bevor es zu spät sei. Sollte der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden, könnte der Zeitpunkt, ab dem es jährlich Hitzerekorde gebe, von 2047 auf 2069 hinausgeschoben werden, sagte er.

Anders als bisherige Studien konzentrierte sich Moras Team mehr auf die Tropen als auf die Polarregionen. In den Tropen variieren die Temperaturen über das Jahr nicht so stark. Eine kleine Zunahme könne größere Auswirkungen auf das Ökosystem haben: Eine Zunahme von drei Grad Celsius sei in Polarregionen nicht so dramatisch wie in den Tropen, in denen sich der größte teil der Artenvielfalt der Erde befinde.

Moras Team hat bereits eine Schwelle identifiziert, von der es in ein völlig neues Öko-Regime gehe: Den Säuregehalt der Ozeane. Dies sei gegen 2008 geschehen, seitdem wird der Säuregehalt jedes Jahr höher. Die empfindlichen Korallenriffe würden als erste darauf reagieren.

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