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Streitpunkt Künstliche Intelligenz Die Zukunft der taz ist anfechtbar

Die taz präsentiert auf der Genossenschaftsversammlung ihre Ideen für die Zukunft. Beim Thema KI gibt es Kritik von einem taz-Urgestein.

taz Genossenschaft | Dass die wochentaz ihren Le­se­r:in­nen gefalle, sei kein Wunder, sagte Jonas Waack vergangenen Samstagnachmittag im Berliner Festsaal Kreuzberg auf der taz-Geno-Versammlung. „Denn sie ist wirklich sehr gut“, fügte der wochentaz-Entwickler grinsend hinzu. Die Ge­nos­s:in­nen im Saal lachten herzhaft über das kleine Selbstlob, während Waack über die Zukunft der Zeitung referierte.

Aus der Redaktion und Gesprächen mit Le­se­r:in­nen habe er auch Kritik an der Printzeitung mitgenommen: zu viele Meinungsformate, ein erschlagendes Politikbuch, das inzwischen fehlende Inhaltsverzeichnis, eine zu geringe Onlinepräsenz. Deswegen werde es im Herbst eine Evaluation durch persönliche Interviews und eine Umfrage geben. Die Ergebnisse werde die Redaktion in Arbeitsgruppen auswerten, um die wochentaz „noch besser“ zu machen, erklärte er.

Zum ersten Mal vor seinen Ge­nos­s:in­nen stand an diesem Nachmittag Ferenc Földesi, der im Februar die Leitung der taz Genossenschaft übernommen hatte. Zuvor hatte er die Bundesgeschäftsstelle der Grünen geführt. Er sei zur taz gekommen, weil sie Gemeinschaft schaffe, sagte Földesi, und freute sich über die inzwischen über 26.100 Mitglieder der Genossenschaft. Deren Kapital sei in diesem Jahr um fast 1,1 Millionen Euro gestiegen.

Zukunftsthema KI

Földesi hofft, dass diese Zahl bis Jahresende auf 1,5 Millionen ansteigt. Das könne ohne große Kampagnen gelingen, meinte er. Weil es so viele Ge­nos­s:in­nen gebe, denen Demokratie und der unabhängige taz-Journalismus so viel bedeute. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: „Demokratie. Getragen von Vielen“.

Auch soll die taz endlich zusätzlich zur E-Paper-App eine News-App bekommen, die die Website der taz spiegelt und somit immer aktuell ist. Für die ist Jan Jasper Kosok verantwortlich. Über 70 Prozent der On­lin­ele­se­r:in­nen besuchten inzwischen taz.de über ein mobiles Endgerät, erklärte er.

Gerade Jüngere wünschten sich einen bequemen Zugriff direkt über eine App statt umständlich über den Browser. Ein genaues Datum zum App-Start gibt es aber noch nicht. Es sei aber für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres geplant, so Kosok. „Was ich aber versprechen kann, wenn sie kommt, dann kommt sie richtig.“

Dann ging es noch um ein weiteres Zukunftsthema: KI. Auch die taz werde an der künstlichen Intelligenz nicht vorbeikommen, sagte Chefredakteurin Barbara Junge. Bisher nutze die taz KI eher zurückhaltend, zum Transkribieren, Übersetzen oder für die Vorlesefunktion.

„Guter Journalismus lebt von einer eigenen Sprache.“

Eine taz-interne Umfrage habe allerdings gezeigt, dass die meisten Mit­ar­bei­te­r:in­nen unabhängig davon schonmal KI-Anwendungen für die Arbeit genutzt hätten. Angesichts dessen, so Junge, müsse die taz einen Weg zur KI finden, ansonsten finde die KI einen Weg zur taz. Aber: „Unser Journalismus muss auf jeden Fall aus unseren Köpfen kommen.“

Aktuell suche man nach einem geeigneten Chat-Modell. CO2-Bilanz und Unabhängigkeit von US-Konzernen spielten dabei eine Rolle. Zum Schluss meldete sich taz-Mitgründerin Vera Gaserow zu Wort. Sie sei aufschreckt, als Junge von einem Grenzfall im Umgang mit KI sprach und erwähnt wurde, man könne KI darum bitten, einen vorformulierten Satz eleganter zu schreiben: „Da bin ich wirklich alarmiert.“ So etwas solle in der taz blockiert werden, lautet ihre klare Haltung.

„Guter Journalismus lebt auch von einer eigenen Sprache.“ Nach den aktuellen KI-Leitlinien der taz sind Formulierungshilfen erlaubt.

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