September-Unruhen in Birma: Opferzahl höher

Laut UN wurden bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung in Birma 31 Menschen getötet. Dissidenten sprechen von noch mehr Toten. Die Militärjunta hatte die Hälfte angegeben.

Im September gab es weltweite Unterstützung der Proteste in Birma - wie hier in Berlin. Bild: ap

BANGKOK taz Nach UN-Angaben sind bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung in Birma Ende September mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Das sind mindestens doppelt so viele, wie die Militärjunta bisher zugegeben. Außerdem wurden laut dem UN-Menschenrechtsbeauftragten Paulo Pinheiro im September und Oktober bis zu 4.000 Menschen festgenommen. Etwa 500 bis 1.000 befänden sich immer noch in Haft, so Pinheiro in seinem Bericht, der am Dienstag dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt werden soll. Birmas Nationale Polizeibehörde hingegen gab kürzlich an, von den rund 3.000 Verhafteten seien nur noch 80 Menschen in Gewahrsam, darunter 21 Mönche.

Für zahlreiche Beobachter dürften auch die UN-Angaben noch zu niedrig sein. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt. Dissidenten hatten während der vergangenen Monaten stets von mindestens 200 Toten und 6.000 Verhafteten gesprochen. Besonders besorgt ist der brasilianische UN-Diplomat Pinheiro über die Einrichtung von Internierungslagern, "deren Existenz von den Behörden geleugnet wurde und die deshalb als geheime Einrichtungen angesehen werden". Auch kursieren Beschuldigungen, wonach staatliche Killerkommandos nach der Niederschlagung des Aufstands eine große Zahl von Leichen verbrannt haben sollen. Indessen gehen Verhaftungen von Regimegegnern und Einschüchterungen des Mönchsstand weiter. Exilgruppen im benachbarten Thailand wie die "Asia-Pacific Peoples Partnership on Burma" (APPPB) erklärten, etliche Klöster in Städten wie Rangun und Mandalay stünden leer. Mönchen aus ländlichen Gegenden werde der Zutritt in die Städte verwehrt, wenn sie keine ausreichenden Dokumente bei sich hätten, die über den Zweck ihrer Reise Auskunft geben.

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