piwik no script img

Schmücker–Prozeß: Beamten wird Schweigen verordnet

Berlin (taz) - Die Verwicklung des Berliner Verfassungsschutzes in den Mord an seinem Informationslieferanten Ulrich Schmücker wird von der Berliner Staatsanwaltschaft nicht weiter untersucht werden können. Dies geht aus einem Schreiben des Berliner Innensenats an die Staatsanwaltschaft hervor, die strafrechtliche Vorermittlungen wegen Strafvereitelung, Meineids und Falschaussage gegen führende Verfassungsschützer eingeleitet hatte. Die Justizbehörde mußte nach einem Bericht des „Spiegel“ tätig werden, demzufolge Verfassungsschützer von den Mordplänen an Schmücker gewußt und sogar nach der Tat die Waffe an sich genommen hätten. Um diese Aussagen zu prüfen, wollte die Staatsanwaltschaft u.a. den früheren Staatsanwalt im Schmücker–Prozeß und jetzigen stellvertretenden Verfassungsschutzpräsidenten Przytarski und den Verfassungsschützer Grünhagen vernehmen. Alle beteiligten Beamten erhielten jetzt jedoch vom Innensenator keine Aussagegenehmigung zu diesen Vorgängen und dürfen sich „im Interesse der Funktionstüchtigkeit des Verfassungsschutzes“ weiter in Schweigen hüllen. Da die Staatsanwaltschaftschaft kaum Vorwürfe prüfen kann, zu denen keiner der Beteiligten etwas sagen darf, ist, so Justizsprecher Kähne, „damit wohl Endstation“. Ve.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen