piwik no script img

SPD mit (Treppen-)Witz

■ Bonner Sozialdemokraten kritisieren die Öffnung des Brandenburger Tores / Scharping geht zu Fuß in den Reichstag

Rudolf Scharping wird heute demonstrativ gegen die Öffnung des Brandenburger Tores für den Autoverkehr protestieren. Der SPD-Vorsitzende kündigte gestern gegenüber der taz an, daß er zu Beginn der konstituierenden Sitzung des Bundestags die 24 Stufen zum Reichstags-Hauptportal gemeinsam mit anderen Sozialdemokraten zu Fuß hochgehen werde. Auch Abgeordnete, meinte der Politiker, „können sich normal bewegen“ und bräuchten nicht mit dem Privatwagen vorfahren. Die Bundestagsabgeordneten Thomas Krüger („Ich habe keinen Führerschein“) und Wolfgang Behrendt kritisierten die Straßensperrungen als „unangemessen“. „Wir wollen ein bürgernahes Parlament“, sagte Behrendt.

Der „Treppenwitz“ geht auf Kosten von Verkehrssenator Herwig Haase (CDU). Er hat für heute die Sperrung der Paul-Löbe-, Scheidemann- und Clara-Zetkin- Straße angeordnet, um den Parlamentariern eine „würdevolle“ An- und Abfahrt mit dem Auto zu gewährleisten. Hintergrund: Am Südeingang des Reichstags in der Zetkinstraße befindet sich die Garderobe. Würden die Politiker einen anderen Eingang benutzen, hätten sie einen längeren Fußweg im Gebäude zurückzulegen. Um das von ihm verursachte Verkehrschaos zu vermeiden, öffnet Haase das Brandenburger Tor für PKW in Ost-West-Richtung. Dirk Wildt

Zeichnung: So stellt sich der Architekt Gerd Neumann die ideale Lösung für den Pariser Platz vor. Ist doch was für Hassemer.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen