Revolution in Ägypten: Mubarak ist zurückgetreten

Präsident Husni Mubarak ist zurückgetreten und hat dem Militär die Macht übergeben. Auf dem Tahrir-Platz feiern die Demonstranten gelöst ihren Sieg nach 18 Tagen des beharrlichen Protests.

Sie haben es geschafft. Die fast 30-jährige Präsidentschaft Husni Mubaraks ist zu Ende. Bild: dapd

Um 17 Uhr (deutscher Zeit) verkündete Ägyptens Vizepräsident Omar Suleiman den Rücktritt des Präsidenten Husni Mubaraks. Damit haben die Demonstranten, die seit 18 Tagen auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen Mubarak protestierten, ihr größtes Ziel erreicht. taz.de beendet den Live-Ticker vom wichtigsten Tag der Revolution in Ägypten.

18.42: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mahnte schnelle Reformen an. "Der Abgang eines Mannes ist nicht das Ende. Das Unterdrückungssystem, unter dem die Ägypter seit drei Jahrzehnten leiden, besteht fort wie auch der Ausnahmezustand", erklärte der Generalsekretär der Organisation, Salil Shetty. Systematische Verletzungen der Menschenrechte in Ägypten müssten nun aber der Vergangenheit angehören. (dpa)

18.36: Auf dem Tahrir-Platz geht der Jubel ununterbrochen weiter, die Menschen fallen sich in die Arme, sie feiern ihre Revolution.

18.29: El-Baradei an das ägyptische Volk auf al-Dschasira: "Ihr habt eure Freiheit gewonnen, ihr habt das Recht gewonnen, mit dem Rest der Welt aufzuholen. Möge Gott euch schützen."

18.26: Mohammed El-Baradei auf al-Dschasira: "Dies ist die Emanzipation, die Befreiung Ägyptens. Ein Traum ist wahr geworden. Wir brauchen eine einjährige Übergangsphase, in der die Regierung sich wandelt. Das wichtigste ist, dass Militär und Volk zusammenarbeiten. Die Menschen waren 30 Jahre lang unterdrückt. Wir brauchen Zeit, damit die Personen an der Macht Glaubwürdigkeit gewinnen. Meine Aufgabe ist es, zu helfen, so viel wie ich kann. Dies ist ein Wunsch, den ich seit 30 Jahren habe. Es ist überwältigend. Ich werde tun, was immer die Menschen wollen, das ich tue."

18.20: EU-Außenpolitikerin Catherine Ashton spricht mit al-Dschasira und drückt ihren Respekt für die Demonstranten in Ägypten aus. "Die Menschen in Ägypten müssen spüren, dass die EU hinter ihnen steht", sagte sie. Die EU werde helfen, demokratische Institutionen aufzubauen. "Natürlich haben wir viele Gespräche geführt", sagte sie weiter. Sie habe immer deutlich gemacht, dass dieser Prozess dem ägyptischen Volk gehört. "Die Menschen in Ägypten haben ihre Stimme in einer ruhigen und angemessenen Form erhoben."

18.17: Nach dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak hat der Oberste Militärrat unter dem bisherigen Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi die Macht in Ägypten übernommen. Das Oberkommando der Streitkräfte werde Regierung und Parlament entlassen, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija. Der Militärrat wolle die Macht dann zusammen mit der Spitze des ägyptischen Verfassungsgerichtes ausüben. Eine Erklärung wurde für den Abend erwartet. (dpa)

18.13: Mohammed El-Baradei spricht zu al-Dschasira: "Wir müssen die ägyptische Kultur und den ägyptischen Intellekt wieder aufbauen."

18.11: Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den Schritt Mubaraks. Der Präsident habe seinem Volk einen Dienst erwiesen. Nun müsse es freie Wahlen geben. Ägypten solle die Verträge mit Israel einhalten. (rtr)

18.10: Die Oppositionelle Muslimbruderschaft spricht von einem Sieg für das ägyptische Volk. Das Hauptziel sei mit Mubaraks Rücktritt erreicht. (rtr)

18.05: Vizepräsident Suleiman sagte wörtlich: "Meine Mitbürger, in diesen harten Zeiten hat Präsident Mubarak entschieden, die Amtsgeschäfte dem Militär zu übergeben. Möge Gott mit uns sein." 20 Sekunden dauerte die Stellungnahme, aber sie schreiben Geschichte.

18.00: Die Grünen haben den Rücktritt von Mubarak als großartigen Erfolg der Demokratiebewegung in Ägypten gewürdigt. Die Demonstranten seien friedlich geblieben und hätten sich nicht entmutigen lassen, erklärten Fraktionschef Jürgen Trittin und die Außenpolitikerin Kerstin Müller. Nun werde es darauf ankommen, dass der Militärrat zur Bildung einer Übergangsregierung beitrage. Alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte müssten darin vertreten sein. "Deutschland und die Europäische Union müssen nun den Aufbau demokratischer Strukturen und die Stärkung der Zivilgesellschaft aktiv voranbringen." (dapd)

17.52: US-Präsident Barack Obama wird um 19.30 Uhr (deutscher Zeit) Stellung nehmen zu Mubaraks Rücktritt, meldet die BBC.

17.50: Die Twitter-Einträge zu Ägypten schnellen in die Höhe, zeigt der Guardian.

17.48: Die Generäle hatten vor Mubaraks Rücktritt stundenlang getagt - ohne Mubarak - am Donnerstag und Freitag. Was an den Tagen hinter den Kulissen der Macht in Kairo geschah, kann man wohl einen "weichen Putsch" nennen. Ohnehin schon die mächtigste Institution Ägyptens und für viele der Garant nationaler Interessen schlechthin, nutzten die Streitkräfte die Unruhen der vergangenen Tage dazu, ihre Autorität zu festigen. (dpa)

Die Freitagsgebete sind friedlich zu Ende gegangen, die Demonstrationen halten an. Bild: reuters

17.36: "Dies ist der beste Tag meines Lebens", sagt Friedensnobelpreisträger Mohammed El-Baradei laut BBC.

17.31: Eine Demonstrantin auf dem Tahrir-Platz sagt al-Dschasira unter Tränen und mit gebrochener Stimme: "Ich hätte nie damit gerechnet, dass dies passiert. Ich kann gar nicht beschreiben, wie mich das bewegt. Ich bin so stolz, so unendlich stolz. Alles scheint möglich jetzt, es überwältigend."

17.26: "Es ist unbeschreiblich", die al-Dschasira-Reporterin auf dem Tahrir-Platz ist kaum zu hören, so laut ist der Jubel der hunderttausenden Menschen, die ihren Sieg über das Regime feiern.

17.23: Am Präsidentenpalast geht Feuerwerk hoch, die Menschen weinen und jubeln, berichtet al-Dschasira. "So etwas habe ich noch erlebt, so viele Emotionen, es ist unglaublich".

17.22: Die Menschen auf dem Tahrir-Platz jubeln. Autokonvois fahren hupend durch die Straßen. (dapd)

17.12: 18 Tage haben die Demonstranten durchgehalten und mit ihrem beharrlichen Protest Husni Mubaraks fast 30-jährige Präsidentschaft beendet.

17.09: Der ägyptische Präsident Husni Mubarak ist nach Angaben seines Vize Omar Suleiman zurückgetreten und hat die Führung des Landes in die Hände des Militärs gelegt. Auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo brachen die Menschen in lauten Jubel aus. Noch am Donnerstag hatte Mubarak erklärt, er werde Präsident bleiben und Suleiman lediglich Vollmachten übertragen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen setzte sich Mubarak am Nachmittag nach Scharm el Scheich ab. (dpa)

17.06: Das Staatsfernsehen meldet, Präsident Mubarak ist zurückgetreten. Auf dem Tahrir-Platz bricht Jubel aus.

17.04: Präsident Mubarak ist zurückgetreten, sagt Vize Suleiman. (dpa)

16.58: Auf dem Tahrir-Platz, wo noch immer hunderttausende Menschen demonstrieren, haben tausende von ihnen begonnen zu beten. Militäroffiziere sollen das Gebäude des staatlichen Fernsehens betreten haben. Es wird eine offizielle Stellungnahme erwartet.

16.52: Alaa Abdel Fatah, einer der Oppositionsführer, sagt, die Armee habe es aufgegeben, den Fluss von Demonstranten am Gebäude des staatlichen Fernsehens zu kontrollieren, meldet al-Dschasira. Fatah sagte weiter, die Demonstranten versuchen, das staatliche Fernsehen abzuschalten. "Wir tun das nicht mit Gewalt, sondern fordern die Mitarbeiter auf, sich uns anzuschließen."

16.44: Al-Arabija meldet jetzt, fünf Demonstranten seien in el-Arish getötet worden, als sie eine Polizeistation angriffen und sich ein Feuergefecht mit den Polizisten lieferten, meldet der Guardian.

16.41: Das Staatsfernsehen bestätigt ebenfalls, dass Mubarak und seine Familie Kairo verlassen haben, meldet al-Dschasira.

16.39: "Dies ist ein politischer Tsunami für Ägypten", sagt Ibrahim Sharqieh, Brookings Institut Doha, bei al-Dschasira.

16.31: Die Demonstranten warten auf eine offizielle Stellungnahme der Regierung, die "bald" im Staatsfernsehen übertragen werden soll, berichtet al-Dschasira.

16.20: Flughafenangestellte bestätigen, dass Mubarak Kairo verlassen hat, meldet al-Dschasira. Er soll zusammen mit seiner Familie in Scharm El-Scheich angekommen sein.

16.18: Bei den Zusammenstößen in El-Arish ist mindestens ein Demonstrant getötet, zwanzig weitere sind verletzt worden, meldet al-Dschasira.

16.15: Eine offizielle Stellungnahme der Regierung sei angekündigt, meldet al-Dschasira. Von wem und wann genau die Stellungnahme erfolgen soll, sei nicht bekannt.

16.10: Demonstranten und Polizisten in El-Arish im Norden Sinais lieferten sich Feuergefechte, meldet al-Dschasira. Zuvor habe sich eine Gruppe von rund 1.000 Personen von der Demonstration gelöst und sei auf eine Polizeistation zugerannt. Sie hätten Molotowcocktails geworfen, mehrere Polizeiautos seien verbrannt.

16.03: Der Reiseveranstalter Tui holt die restlichen deutschen Urlauber nach Hause. Derzeit seien noch knapp 300 Gäste in Ägypten, berichtete die Tui am Freitag in Hannover. Sie würden am Sonntag und Montag mit zwei Sonderflügen von Hurghada nach Frankfurt gebracht. (dpa)

15.57: Einige Quellen sagen, Mubarak sei in Scharm el-Scheich angekommen, meldet al-Dschasira.

15.55: Vizepräsident Suleiman hatte die Demonstranten am Vorabend dazu aufgerufen, nach Hause zu gehen, aber die sind davon weit entfernt. Noch immer strömen mehr Menschen zu den Regierungsgebäuden und auf den Tahrir-Platz. Die Stimmung ist friedlich.

15.53: Die Soldaten am Präsidentenpalast werfen den Demonstranten Kekspackungen und Wasserflaschen zu, es sieht so aus, als würden sich alle beteiligten auf eine lange Demonstration einrichten, berichtet al-Dschasira.

15.50: Zwei Hubschrauber landen auf dem Gelände des Präsidentenpalasts in Kairo. Die Demonstranten rufen: "Endlich, endlich haut er ab", berichtet al-Dschasira. Die Demonstranten am Palast sind friedlich und versuchen nicht, weiter vorzudringen.

15.42: "Das staatliche Fernsehen hat Kampagnen gegen uns geführt. Es ist ein Mittel des Regimes, Politik zu machen, wir wollen das beenden", sagt einer der Demonstranten al-Dschasira vor dem blockierten Gebäude des staatlichen Fernsehens.

15.40: Wael Ghonim twittert: "Liebe westliche Regierungen, ihr habt 30 Jahre geschwiegen, als diese Regierung uns unterdrückte. Bitte mischt euch jetzt nicht ein."

15.31: Rund einen Monat nach der Flucht des tunesischen Ex-Machthaber Zine el Abidine Ben Ali reist die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Montag erstmals zu offiziellen Gesprächen nach Tunesien. Ob Ashton auch Ägypten besuchen wird, war ebenfalls noch unklar. Die Außenbeauftragte werde hinfahren, sobald es möglich sei, hieß es nur. Diplomaten zufolge will die ägyptische Regierung derzeit keine Besuche ausländischer Delegationen. (dpa)

15.21: Die Demonstranten in Alexandria versuchen, zum Ras al-Tiin Palast vorzudringen, berichtet al-Dschasira.

15.18: Die Pro-Mubarak-Demonstranten, die in den ersten Tagen der Unruhe für gewalttätige Ausschreitungen gesorgt hatten, sind gar nicht mehr auf den Straßen.

15.16: Die Menschen warten auf Signale vom Militär, sie warten auf Führung, kommentiert al-Dschasira.

15.15: Das Gebäude des staatlichen Fernsehen in Kairo ist noch immer von Demonstranten umlagert.

15.13: Mehr als eine Millionen Menschen demonstrieren im ganzen Land gegen Präsident Mubarak. (afp)

15.11: Die Militärpräsenz am Präsidentenpalast in Alexandria ist noch immer sehr hoch. Die Soldaten verteilen Wasserflaschen an die Demonstranten, berichtet al-Dschasira.

15.09: In Suez haben zehntausende Demonstranten zehn Regierungsgebäude umzingelt, meldet al-Dschasira.

15.00: Einer der Slogans, den die Demonstranten immer wieder rufen, ist: "zivile Regierung, das Volk und das Militär gehen Hand in Hand", berichtet al-Dschasira aus Alexandria.

14.52: Vor einem Präsidentenpalast in Alexandria haben sich hunderte von Demonstranten versammelt, zeigt al-Dschasira. Sie sind umstellt von Panzern der Armee, auf den Dächern seien Scharfschützen positioniert.

14.50: Mohammed Abdellah, führendes Mitglied der Regierungspartei NDP, sagte al-Arabija, Mubarak habe seine Vollmachten an Suleiman übertragen, meldet al-Dschasira. Er habe außerdem Informationen, Mubarak sei nach Scharm el-Scheich geflogen.

14.38: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in einer Rede zum 32. Jahrestag der Revolution Solidarität mit den "islamischen Demonstranten" in Ägypten bekundet. Die Proteste in Tunesien und gegen den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak seien ein islamischer Aufbruch ähnlich der Revolution im Iran 1979, sagte er in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede. (rtr)

14.27: Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz sind aus allen gesellschaftlichen Schichten, jeden Alters und beider Geschlechter, berichtet al-Dschasira.

14.24: Der Guardian berichtet, Mubarak sei laut dem arabischen al-Dschasira auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate.

14.19: Die islamistische Muslimbrüderschaft ruft die Ägypter auf, weiter gegen Mubarak auf die Straße zu gehen. Die Ankündigung, Macht auf Vizepräsident Suleiman zu übertragen, sei ein Täuschungsmanöver. (rtr)

14.17: Erstmals hat ein Regierungschef aus der EU den ägyptischen Machthaber Husni Mubarak zum Rücktritt aufgefordert. "Mubarak ist Geschichte, Mubarak muss zurücktreten", sagte der dänische Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen am Freitag in Kopenhagen. Er warf dem ägyptischen Staatspräsidenten vor, mit seiner Rede am Donnerstag im Staatsfernsehen einen "Riesenfehler" gemacht zu haben. (dapd)

14.12: Rund um den Präsidentenpalast sind immer mehr Sicherheitskräfte, auf den Dächern ringsherum sind Scharfschützen positioniert, meldet al-Dschasira.

14.08: In Qin, der Heimatstadt von Vizepräsident Suleiman, demonstrieren 50.000 Menschen; in Arish, 340 Kilometer nordöstlich von Kairo, sind es 20.000, meldet al-Dschasira.

14.03: Viele Demonstranten halten Bilder von bei den Protesten Gestorbenen hoch und rufen: "euer Blut wird nicht umsonst gewesen sein", berichtet al-Dschasira.

13.58: "Alles kommt jetzt auf die Militärs an, sie genießen den Respekt der Menschen. Vizepräsident Suleiman genießt das nicht", sagt Fares Braizat vom Center for Strategic Studies (CSS) der Universität Ammanbei in Jordanien al-Dschasira.

13.56: Eine Gruppe von mehreren hundert Demonstranten haben eine Lücke in der Blockade des Fernsehgebäudes durch das Militär gefunden und dringen weiter vor, meldet al-Dschasira.

13.54: Aus ägyptischen Sicherheitskreisen in Kairo verlautete, Mubarak sei in einem Hubschrauber vom Präsidentenpalast aus gestartet. Das Ziel der Reise sei unklar. Es galt als möglich, dass Mubarak nach Scharm el-Scheich ans Rote Meer geflogen sein könnte. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. (dpa)

13.50: Auch in Mansoura sind tausende Demonstranten auf den Straßen und vor Regierungsgeäuden, meldet al-Dschasira.

13.44: Die Freitagsgebete sind friedlich zu Ende gegangen, Sprechchöre nach Mubaraks Rücktritt waren zu hören und noch immer strömen mehr Menschen auf den Tahrir-Platz, berichtet al-Dschasira.

13.40: Al-Arabija-TV meldet jetzt, Mubarak sei nach Scharm-el-Scheich gereist, meldet der Guardian.

13.37: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte vor einer Überbewertung von Mubaraks Ankündigungen. Es handele sich lediglich um "kosmetische Veränderungen", erklärte die Organisation. (afp)

13.35: In Suez haben tausende von Demonstranten ein Regierungsgebäude umstellt, meldet al-Dschasira.

13.32: Es gibt Gerüchte, das Militär sei gespalten in seiner Haltung gegenüber der Opposition und seine eigene Rolle, berichtet al-Dschasira.

13.29: Das staatliche Fernsehgebäude ist noch immer von Demonstranten umstellt.

13.25: "Ägypten wird explodieren", warnte Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei, einer der führenden Oppositionspolitiker. "Die Menschen sind sehr verärgert. Wir sollten uns Sorgen machen", sagte er dem US-Sender CNN. (rtr)

13.23: Das Militär hat die Straßen zum Präsidentenpalast blockiert, meldet al-Dschasira.

13.20: Wael Ghonim, Google-Manager und einer der Initiatoren der Proteste sagt dem Fernsehsender al-Arabija: "Ich habe großes Vertrauen, dass die Erfolge, die wir bereits erzielt haben, nicht umsonst gewesen sein werden. Es wird keine schmutzigen Tricks geben." Er rief das Militär auf, Schritte für eine Reform anzugehen.

13.16: Der Fernsehsender al-Arabija meldet, Mubarak habe zusammen mit seiner Familie Ägypten verlassen. Das Ziel ist nicht bekannt. (rtr)

13.15: Das Militär kündigt eine weitere Stellungnahme an, meldet al-Dschasira. Eine erste Stellungnahme gab das Militär gestern, die zweite heute früh, in der es versprach, einen friedlichen Übergang und freie und demokratische Wahlen zu gewährleisten.

13.10: Die Proteste weiten sich im ganzen Land aus: Tausende von Demonstranten sind auch in Mahal, Tanta, Alexandria, Ismailia und Suez auf den Straßen, meldet al-Dschasira.

13.00: Mehr als tausend Demonstranten versammeln sich vor dem Präsidentenpalast im Kairoer Stadtteil Heliopolis. Augenzeugen berichteten, die Anlage werde von der ägyptischen Armee scharf bewacht. Die Lage wirke gespannt. Arabische Nachrichtensender berichteten, es seien weitere Demonstranten auf dem Weg zum Amtssitz Mubaraks. (dpa)

12.52: Das Gebäude des Staatsfernsehen ist umstellt von Demonstranten, zeigt al-Dschasira. Das Staatsfernsehen melde, es könne sein Programm nicht wie geplant senden, da niemand das Gebäude betreten oder verlassen könne.

12.45: Nach Ansicht des Nahostexperten Udo Steinbach muss Mubarak binnen 48 Stunden zurücktreten - ansonsten drohe ein Militärputsch. "Entweder er tritt doch zurück und zwar in absehbarer Zeit oder die Armee wird tatsächlich eingreifen", sagte der Professor für Nahost- und Mitteloststudien im ZDF-"Morgenmagazin". (dpa)

12.43: Live-Bilder auf al-Dschasira zeigen Massen von Menschen mit Flaggen sowohl in Kairo als auch Alexandira. Die Sprechgesänge klingen aggressiv.

12.40: Über Twitter laufen Meldungen, dass die Flughafenpolizei in Kairo ihre Arbeit niedergelegt und sich den Streiks angeschlossen hat, meldet der Guardian. Der Fernsehsender al-Arabija meldet laut dem Guardian, dass Demonstranten Regierungsgebäude in Suez besetzt haben.

12.35: Die Soldaten auf dem Tahrir-Platz verhalten sich ruhig und zeigen großen Respekt vor den Demonstranten, berichtet al-Dschasira.

12.32: Die Opposition ruft 20 Millionen Menschen im ganzen Land zu Demonstrationen heute auf, meldet al-Dschasira.

12.30: Mittlerweile sind mehrere hunderttausende Demonstranten auf den Straßen und dem Tahrir-Platz. (dpa)

12.27: Vor dem Präsidentenpalast sammeln sich ebenfalls immer mehr Demonstranten. Als ein Kommandeur des Militärs den Demonstranten sagt, "gebt Mubarak die Chance, in Würde zurückzutreten", brach wütender Protest aus, aber die Soldaten konnten die Demonstranten beruhigen, berichtet al-Dschasira.

12.25: Dort, wo die Lage aggressiv zu werden scheint, rufen die Demonstranten "friedlich, friedlich", berichtet al-Dschasira. Spannungen zwischen den Demonstranten und Soldaten seien nicht zu sehen.

12.20: Die Sprechchöre werden immer lauter, die Demonstranten rufen "illegitim, illegitim". Es sieht gar nicht danach aus, als würden sie den Forderungen von Vizepräsident Suleiman und der Armee, die Proteste zu beenden, nachkommen. "Dies ist eine Revolution", kommentiert al-Dschasira.

12.15: Auch der Chef der Regierungspartei NDP Hossam Badraui kritisiert die Rede von Präsident Mubarak, berichtet der Guardian: "Die Rede war schlecht, weil Mubarak über sich selbst gesprochen hat, als würdea alles so weiter gehen, aber die Realität ist, er ist nicht mehr an der Macht."

12.10: Auch in Alexandria, der zweitgrößten Stadt Ägyptens, haben sich tausende Anti-Mubarak-Demonstranten versammelt, zeigt al-Dschasira. Das Freitagsgebet dauert an.

12.07: Die Bundesregierung ist besorgt darüber, dass die Lage in Ägypten nach der Rede von Präsident Husni Mubarak eskalieren könnte. Sie fordere die ägyptischen Sicherheitskräfte auf, nicht gewaltsam gegen die Demonstranten vorzugehen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag. Die Enttäuschung der Demonstranten und der Demokratiebewegung nach der Rede Mubaraks sei verständlich. "Was Mubarak in Aussicht gestellt hat, reicht nicht." (rtr)

12.05: Der Tahrir-Platz füllt sich mit tausenden Demonstranten, die rufen und deren Wut zu spüren ist, berichtet al-Dschasira. Die Sprechgesänge richten sich gegen das Militär - die Demonstranten scheinen enttäuscht zu sein, dass das Militär nicht eingreift und sich auf ihre Seite stellt, kommentiert der Nachrichtensender.

12.00: Das Ägyptische Museum am Tahrir-Platz ähnelt einem Militärlager. Soldaten patrouillieren hinter den eisernen Zäunen und gepanzerte Fahrzeuge sichern das Gelände. Im Inneren des Gebäudes ordnen Restauratoren in weißen Mänteln und Gummihandschuhen die wertvollen Artefakte, die bei den jüngsten Unruhen zu Bruch gingen. (dapd)

11.52: Die staatliche Fernsehstation in Kairos Innenstadt ist hermetisch abgeriegelt, berichtet die BBC. Panzer und Soldaten mit Maschinengewehren blockieren den Weg zu dem Gebäude unweit des Tahrir-Platzes.

11.48: Die Ausstrahlung des britischen Senders BBC zu den Protesten in Ägypten ist im Iran gestört worden. Seit Donnerstagabend sei die Übertragung des persischen TV-Angebotes unterbrochen, teilte die BBC in London mit. Satelliten-Techniker hätten eindeutig herausgefunden, dass die Störung aus dem Iran komme. Die Zuschauerzahlen seien in die Höhe geschnellt, weil viele Iraner die Live-Berichte und Analysen der BBC aus Ägypten verfolgt hätten. Doch am Abend der Ansprache von Ägyptens Präsident Husni Mubarak sei der Empfang gestört worden. (dpa)

11.45: Immer mehr Demonstranten strömen auf den Tahrir-Platz. Sie fordern Mubaraks Rücktritt. Der Imam forderte die Menschen im Freitagsgebet auf, an ihren Forderungen festzuhalten und stark zu bleiben, berichtet al-Dschasira.

11.40: Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz rufen im Chor: "Das Volk und die Armee gehen Hand in Hand", berichtet al-Dschasira.

11.35: Die ägyptische Armeeführung hat Garantien für einen politischen Reformprozess im Land abgegeben. Das machte das Oberkommando in einer Erklärung deutlich, die am 18. Tag der Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak im Staatsfernsehen verlesen wurde. Die Armeeführung kündigte an, sie werde den Weg zu freien und fairen Wahlen und zu einer demokratischen Gesellschaft sichern. Der seit Jahrzehnten geltende Ausnahmezustand werde aufgehoben, sobald es die Situation erlaube. Kein friedlicher Demonstrant müsse Strafverfolgung fürchten. (dpa)

11.30: Vizepräsident Omar Suleiman hat Premierminister Ahmed Shafik angewiesen, einen Vertreter für sich aus dem "Rat der Weisen" zu benennen, meldet der Nachrichtensender al-Dschasira.

11.20: Die Armee kündigt an, dass das Notstandsgesetz beendet werde, sobald "die aktuellen Zustände zu Ende" sind, meldet der britische Guardian.

11.15: Ägyptische Bürger haben den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) aufgerufen, Vorermittlungen gegen Präsident Husni Mubarak wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzuleiten. Der Gerichtshof müsse prüfen, ob Mubarak und Mitglieder seiner Regierung wegen der Unterdrückung des Volksaufstandes in Ägypten angeklagt werden könnten. Mit einem entsprechende Appell wandte sich eine "Gruppe von Ägyptern" am Freitag an das "Weltstrafgericht" in Den Haag. Chefankläger Luis Moreno-Ocampo wurde aufgerufen, das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten seit Beginn der Anti-Mubarak-Proteste im Januar zu untersuchen. Die Staatsanwaltschaft beim IStGH äußerte sich zunächst nicht zu dem Aufruf. (dpa)

KAIRO/BRÜSSEL/BERLIN dpa/dapd/taz | Nach einer Rede des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak werden für Freitag erneut Massenproteste erwartet. Der Staatschef lehnte am Donnerstagabend in der Fernsehansprache ab, sofort zurückzutreten. Er will aber nach eigenen Worten Vollmachten an seinen Stellvertreter Omar Suleiman abgeben.

Mehr als zehntausend Menschen haben die Nacht zum Freitag auf dem Tahrir-Platz in Kairo verbracht. Sie hatten nach der von ihnen als enttäuschend betrachteten Rede des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak am Vorabend dort ausgeharrt, berichteten Augenzeugen. Große Menschenmengen standen erstmals auch vor dem Präsidentenpalast und dem Fernsehgebäude, meldeten arabische Fernsehsender.

Am Morgen forderte eine kleine Gruppe von Demonstranten vor dem Präsidentenpalast den Rücktritt Mubaraks. Soldaten schreiten nicht ein. Der ägyptische Finanzminister warnt in einem Interview des britischen Senders BBC vor einem Militärputsch in seinem Land. Dies wäre schlecht für alle.

Auch in der Hafenstadt Alexandria haben sich mehrere tausend Demonstranten versammelt, meldet der Nachrichtensender al-Dschasira.

Spitzenpolitiker der EU haben am Freitag ihre Forderung nach einem Regierungswechsel in Ägypten bekräftigt. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte, Mubaraks Rede habe bislang noch nicht "den Weg für schnellere und tiefere Reformen freigemacht".

Ein geordneter und unumkehrbarer Übergang zu Demokratie und freien und gerechten Wahlen sei Ziel sowohl der EU als auch des ägyptischen Volks, erklärte Ashton. "Die Aufhebung des Ausnahmezustands muss so bald wie möglich umgesetzt werden."

Der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, erklärte am Freitag, eine neue Regierung unter Einbeziehung aller demokratischen Kräfte sei für den Übergang entscheidend.

Ein geplanter Besuch Ashtons in Kairo kam bislang nicht zustande. Das ägyptische Außenministerium habe erklärt, der Ressortchef ziehe es vor, in diesem Monat keine ausländischen Besucher zu empfangen, sagte Ashtons Sprecherin.

(Live-Ticker: Frauke Böger)

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