Rebellen lenken ein: Waffenruhe in Tschad
Die Rebellen wollen Gespräche, Frankreich will eingreifen. Der wichtigste Oppositionsführer Ngarjely und die Menschenrechtsaktivistin Moudeina sollen spurlos verschwunden sein.
BERLIN taz Nach ihrem Rückzug aus der Hauptstadt Ndjamena haben Tschads Rebellen sich zu einem Waffenstillstand bereit erklärt. "Angesichts des Leidens der tschadischen Bevölkerungen und in Folge der Friedensiniativen der Bruderländer Libyen und Burkina Faso geben die nationalen Widerstandskräfte ihr Einverständnis zu einer sofortigen Waffenruhe", erklärte Rebellensprecher Abderraman Koulaballah am Dienstag.
Auf einen Waffenstillstand müsse ein "nationaler Dialog über die friedliche Lösung des tschadischen Konflikts und die Einsetzung einer wirklich demokratischen politischen Systems" folgen, so die Rebellen weiter. Zugleich warf Rebellenführer Mahamat Nouri Frankreich vor, am Montag Luftangriffe auf Rebellenstellungen außerhalb von Ndjamena geflogen zu haben. Dies dementierte Frankreich.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagte, er sei zum Eingreifen gegen Tschads Rebellen bereit. "Wenn Frankreich seine Pflicht tun muss, wird es sie tun", sagte Sarkozy gestern. Am Montag abend hatte der UN-Sicherheitsrat militärische Unterstützung der tschadischen Regierung gebilligt.
Tschadische Oppositionelle berichteten, in Ndjamena würden Regimegegner von der Armee verschleppt. Der wichtigste Oppositionsführer Yorongar Ngarjely und die bekannte Menschenrechtsaktivistin Jacqueline Moudeina seien spurlos verschwunden, erklärte der Exiltschader Djimtahadoun Memtingar der taz. "Ihre Leben sind in Gefahr; die gesamte Zivilgesellschaft wird bedroht", sagte er. Regierungstruppen seien dabei, Bewohner der Hauptstadt an der Flucht zu hindern. Nach UN-Angaben sind bislang rund 20.000 der 700.000 Einwohner Ndjamenas aus der Stadt über den Chari-Fluss ins Nachbarland Kamerun geflohen.
Umverteilung gegen rechts
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