■ Querbild: Eine sachliche Romanze
Nicht überall, wo Hugh Grant draufsteht, ist auch Hugh Grant drin. Jedenfalls ist nicht überall so viel drin, wie draufsteht. So in diesem Fall. „Der neue Film mit Hugh Grant“, so kann man über Mika Newells Film Eine sachliche Romanze überall hören, dabei chargiert hier der sympathische Brite einen völlig unsympathischen und überzogenen, schwulen Theaterregisseur in die Bilder, daß selbige sich biegen sollten. Und der wirkliche Hauptdarsteller des Films heißt sowieso Alan Rickman. Die wahre Hauptdarstellerin des Film ist aber noch jemand anderes, nämlich Georgina Cates, die als die 16jährige Stella mit Rickman im Liverpool der 50er Jahre ein inzestuöses Lolita-Verhältnis hat. Was aber auch nicht hilft. Eine sachliche Romanze könnte einer der vielen britischen Filme sein, die von ihren kleinen, hübschen Skurrilitäten, der genau getimeten Senitmentalität, kurz: dem feeling leben. Bei Vier Hochzeiten und ein Todesfall hat Regisseur Newell das hingekriegt. Hier aber nicht. Nicht überall, wo Gefühl draufsteht, ist so viel Gefühl drin, wie draufsteht. drk
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