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Nur Mieter ohne Auto

■ Interessenten von Eigenheimen wollen nicht ohne Auto leben / Gewoba-Projekt kippt

Seit drei Jahren laufen die Planungen für die autofreie Siedlung „Hollergrund“. Ökologisch, ganz ohne Auto wollten die 300 BewerberInnen der Anfangszeit im grünen Hollerland leben. Die autofreie Siedlung „Hollergrund“ sollte nach den ersten Planungen 70 Mietwohnungen und 140 Eigentumshäuser umfassen, bundesweit erregte das Projekt Aufsehen. 1992 wurde der Verein „Autofrei“ zur Unterstützung des Wohn-Traumes gegründet.

Jetzt, da im Herbst der erste Spatenstich erfolgen soll, ist das Interesse sichtlich abgebröckelt. Viele BewerberInnen sind inzwischen von der aktiven Arbeit im Verein abgesprungen. Einer der ganz Aktiven zählt zu den Aussteigern aus dem Aussteiger-Projekt und schrieb seine Erfahrungen unter dem Titel „Lernen statt Wohnen“ nieder.

Statt der geplanten 140 Eigentumshäuser und 70 Mietwohnungen plant Bauherr Gewoba inzwischen nur noch 25 Wohnungen und nur bis zu 22 Reihenhäuser auf dem Baugelände. Es werden aber nur so viele gebaut, wie auch vorab verkauft werden können. Nach Angaben des Bauherrn Gewoba sind viele der InteressentInnen für das Öko-Projekt „nicht in der Lage, Eigentum zu erwerben“, und wohl schon gar nicht im teuren Hollerland. Wer sich ein Haus im Hollergrund leisten kann, hat eher zwei Autos als keins.

Sämtliche Miet-Wohnungen im Hollergrund sollen öffentlich gefördert und nur an Mieter mit Wohnungsberechtigungsschein („B-Schein“) gegeben werden. wah

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