piwik no script img

heute in Bremen„Niemanden ausschließen“

UMSONST & DRAUSSEN Im Jurtencafé kann heute in entspannter Atmosphäre Tango getanzt werden

Gesine Bellmer

28, Leiterin des Jurtencafés und verantwortlich für die Programmgestaltung.

taz: Warum soll man Tango in der Jurte tanzen, Frau Bellmer?

Gesine Bellmer: Ich selbst tanze Swing und fand die Idee, diesen Ort mit einer Tanzfläche zu ergänzen, total schön. Draußen zu tanzen, gerade im Sommer, ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Über befreundete Tangotänzer kamen wir dann auf die Idee, einen Tango-Abend zu veranstalten. Umgesetzt wird das in Kooperation mit dem Studio Libertango, da ich die Tango-Szene in Bremen selbst nicht so gut kenne.

Warum haben Sie sich für ein Café in einer Jurte entschieden?

Die Idee kommt von Matthias Zillmer, dem Initiator des Jurtencafés. Er war lange auf Reisen und entdeckte die Jurten als offenen Gemeinschaftsraum. Sie sind schnell und von wenigen Leuten auf- und abzubauen, und schaffen ein helles, luftiges Raumklima. Durch die variablen Größen sind die Jurten für ganz unterschiedliche Veranstaltungen einsetzbar.

Woher kommt die Jurte für dieses Café?

Die Jurten wurden von uns gemeinsam in den Hallen des Güterbahnhofes hier in Bremen gebaut. Matthias Zillmer hat dafür die klassische Bauweise der Jurten an unsere Bedürfnisse angepasst. Der von ihm entwickelte Lichtkranz ersetzt die mittlere Stütze und dadurch haben wir eine größere Bodenfläche und die Jurten können – theoretisch – von nur einer Person aufgebaut werden.

Kann man auch ohne Tangokenntnisse teilnehmen?

Es ist kein Einführungskurs angedacht. Aber man findet mit Sicherheit offene und entspannte Tangotänzer, die einem die ersten Schritte zeigen. Dieser Ort soll niemanden ausschließen, wir wollen keine fixen Ideen umsetzen, sondern gemeinsam gestalten. Unsere Veranstaltungen verlangen alle keinen Eintritt und auch die Preise im Café sind variabel. Wenn jemand weniger oder mehr zahlen möchte, wird das auch akzeptiert. Interview: Pia Siber

18 Uhr, Jurtencafé im Justititiapark, Langemarkstr. 113

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen