Neues Projekt 2020: Her turn – Supporting Iraqi women in journalism

Frauen aus dem Irak werden im Austausch mit deutschen Medien ihre journalistischen Kenntnisse vertiefen. Bewerbung hier/Application here

Irakische Studentinnen bei einer Demonstration auf dem Tahir-Platz in Bagdad. Sie halten durchgekreuzte Fotos des neuen Ministerpräsidenten. Bild: dpa

Als sich im vergangenen Herbst auf dem Tahir-Platz in Bagdad der Protest gegen die politischen Eliten im Land formierte, waren die Stimmen der Irakerinnen nicht mehr zu überhören. „Die Zeiten, in der wir Frauen vor Angst geschwiegen haben“, riefen sie, „sind endgültig vorbei.“ Die Demonstrationen gegen Korruption, Miss- und Vetternwirtschaft im Land waren insbesondere von ihrem mutigen Auftreten geprägt.

Auch im irakischen Journalismus werden weibliche Stimmen seitdem immer lauter. Journalistinnen begehren auf und fangen an die männlichen Domänen insbesondere bei der Berichterstattung zu politischen Themen zu durchbrechen. Nach einem ersten Treffen mit irakischen Kolleginnen im vergangenen Jahr war uns schnell klar: Diese Frauen möchten wir als Panter Stiftung unbedingt unterstützen.

Was vor Corona als einwöchiges Seminar in Berlin geplant war, wurde nun zu einem langfristig angelegten Projekt, das wir gemeinsam mit rund 15 irakischen Journalistinnen in Angriff nehmen werden. Bis Ende des Jahres 2021 werden wir alle zwei bis drei Wochen online mit deutschen und irakischen NGO-Expertinnen gemeinsam mit den Journalistinnen über Themen wie Klima, Korruption, Migration, Flucht, Gewalt, Menschenrechte oder Hetze im Internet diskutieren.

Perspektiven und Strategien für Berichterstattung durch Frauen 

Wir wollen dabei unterschiedliche Perspektiven aus Europa und dem Irak beleuchten und sprechen bewusst jene politischen Themen an, über die im Irak bislang vorwiegend von Männern berichtet wird. Zudem erarbeiten wir gemeinsam mit den irakische Journalistinnen Strategien, wie sie darüber berichten können.

Ihre Texte, Videos oder Radio-Beiträge werden in irakischen Medien veröffentlicht, aber auch immer wieder auf zu finden sein. Am Ende der langen Monate werden die Teilnehmerinnen – und Sie, liebe SpenderInnen – belohnt: Voraussichtlich Anfang Dezember 2021 werden wir die Irakerinnen hoffentlich nach Berlin einladen können, um sie hier mit europäischen JournalistInnen zu vernetzen. Davon werden Sie in einer öffentlichen Veranstaltung und auf Sonderseiten der taz erfahren.