Neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt: Der singende Frosch aus Vietnam
Rund um den Mekong-Fluss sind über 120 neue Arten entdeckt worden. Einige davon sind ziemlich skurril, zum Beispiel ein Frosch, der Weibchen mit Gesang betört.
BERLIN dpa | In der Mekong-Region sind innerhalb nur eines Jahres 126 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt worden. Fünf Säugetiere, fünf Amphibien, 13 Fische, 21 Reptilien und 82 Pflanzenarten konnten die Forscher in der grenzüberschreitenden Region Südostasiens erstmalig ausfindig machen, berichtete die Naturschutzorganisation WWF am Dienstag.
Darunter sind so ungewöhnliche Vertreter wie die Beelzebub-Fledermaus (Murina beelzebub), die im tropischen Urwald Vietnams lebt und mit ihrer Trompeten-förmigen Nase finster dreinschaut. Auch ein Fisch, der über Land robben kann (Clarias gracilentus, Vietnam), gehört dazu.
Besonders exotisch ist ein zierlicher Laubfrosch, der Weibchen anlockt, indem er wie ein Vogel singt (Gracixalus quangi, Vietnam). Auch eine grasgrüne Viper mit rubinroten Augen (Trimeresurus rubeus), über deren Lebensweise noch kaum etwas bekannt ist, wurde in Kambodscha und Vietnam erstmals gesichtet.
Überrascht waren die Wissenschaftler in Thailand vom Fund einer Eidechse, die statt der vier üblichen Gliedmaßen nur die zwei vorderen Extremitäten hat (Jarujinia bipedalis). „Was die Forscher entdecken, wirkt stellenweise wie aus der Ideenkiste eines Science-Fiction-Autors“, sagte Stefan Ziegler vom WWF.
70 Prozent auf der Roten Liste
Die artenreichen Lebensräume in der Mekong-Region in Thailand, Kambodscha und Vietnam seien durch den Bau von Trassen, Dämmen und schnell wachsenden Städten bedroht, berichten die Naturschützer. Bereits heute stünden 70 Prozent der Säugetierarten, die nur dort vorkommen, auf der Roten Liste – etwa der Indochinesische Tiger und der Asiatische Elefant.
Der aktuelle WWF-Bericht ist der fünfte Report dieser Art. Insgesamt wurden seit 1999 mehr als 1600 neue Tier- und Pflanzenarten in der Mekong-Region entdeckt - im Durchschnitt 2,5 pro Woche.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert