Neue Gebärmutter: Spenderin ist die Mutter

In Schweden soll jetzt erstmals eine "gespendete" Gebärmutter von der Mutter auf die Tochter übertragen werden. Komplikationen werden nicht erwartet.

Wenn alles gut geht, könnte das Zwischenergebnis einer "gespendeten" Gebärmutter eines Tages so aussehen. Bild: imago/McPhoto

STOCKHOLM afp | Die weltweit erste Gebärmutter-Transplantation von einer Mutter zu einer Tochter könnte kommendes Jahr in Schweden vorgenommen werden. Nachdem ein internationales Ärzteteam die Transplantation zehn Jahre lang erforscht und diese bei Tieren getestet habe, könne "hoffentlich Anfang des nächsten Jahres" eine erste solche Transplantation bei Menschen vorgenommen werden, sagte der Chef des Ärzteteams der Universitätsklinik Sahlgrenska in Göteborg, Mats Bränström, am Dienstag.

Es seien keine besonderen Komplikationen bei der Transplantation der Gebärmutter von Mutter zu Tochter zu erwarten, sagte Bränström. "Es kann nur ein Vorteil sein, da sich ihr Gewebe ähnelt und es damit weniger Abstoßungen geben dürfte", fügte der Mediziner hinzu.

"Mir wurde eine Chance gegeben, von der ich nicht dachte, dass ich sie bekommen würde", sagte eine 25-jährige Frau dem schwedischen Boulevardblatt Expressen, die ohne Gebärmutter zur Welt kam und das Organ von ihrer 56 Jahre alten Mutter bekommen könnte.

Dass es sich um die Gebärmutter handele, aus der sie selbst hervorgegangen sei, finde sie nicht merkwürdig. Die Mutter sagte der Zeitung Aftonbladet, es sei nur natürlich, alles zu tun, um ihrer Tochter bei ihrem Kinderwunsch zu helfen.

In Saudi-Arabien wurde 2002 erstmals die Gebärmutter einer 46-Jährigen einer nicht verwandten 26-jährigen Frau eingepflanzt. Obwohl das Organ aufgrund eines Blutgerinnsels nach 14 Tagen wieder entnommen werden musste, sprachen die Ärzte damals von einem Erfolg. Derartige Komplikationen seien bei den in Schweden geplanten Transplantationen nicht zu erwarten, sagte Bränström.

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