: Nazi–Erben hoch im Kurs
Frankfurt (taz) - Der IG–Farben–Konzern, bis 1945 der weltgrößte Chemiegigant mit Zweigwerk in Auschwitz, macht auch weiterhin gute Geschäfte. Diese Bilanz hat gestern die Hauptversammlung der Aktionäre in Frankfurt gezogen. Ein Antrag des Aktionärs und Widerstandskämpfers Emil Carlebach auf Auflösung des Konzerns wurde von dem Vorstandsvorsitzenden Ernst Krienke abgelehnt. Begründung: Der Antrag verstoße gegen alliiertes Kontrollgesetz. Carlebach, Mitglied der Lagergemeinschaft Dora Buchenwald, forderte die Einzahlung des frei werdenden Vermögens in einen Entschädigungsfond für Opfer des Naziregimes. „Von einer Wiedergutmachung kann nicht gesprochen werden“, sagte Carlebach. Die IG– Farben war an der Produktion des Giftgases Zyklon B beteiligt. 1945 wurde sie von den Alliierten aufgelöst, BASF, Bayer und Hoechst entstanden. rav
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