Mobile World Congress: Branchentreff ohne iPhone

In Barcelona hat am Montag die wichtigste Mobilfunkmesse eröffnet. Hier präsentieren Nokia, Motorola, Samsung & Co ihre neuesten Produkte. Nur Apples iPhone fehlt - wie immer.

Lennard Hoornik von Sony bei der Produkt-Präsentation. Bild: ap

Schon auf der Homepage des Mobile World Congress (MWC) fällt einem ein Missstand auf. Dort prangt, direkt unter einem Werbefenster mit Infos zu der weltgrößten Mobilfunkmesse, ein Hinweis auf einen mobilen Messeführer. Doch der wird ausgerechnet in einem iPhone dargestellt. Dabei wird Apple auch in diesem Jahr auf dem MWC mit Abwesenheit glänzen - wie schon in den Jahren zuvor hat es der Computerkonzern, der mit seinem eigenen Handy seit 2007 den Markt aufrollt, bevorzugt, sich vom Rest der Industrie abzusetzen.

Dabei prägt das iPhone auch den MWC 2010 wieder enorm. "Apps", mobile Anwendungen, wie sie Apples Software-Laden auf dem Smartphone populär gemacht hat, sind inzwischen von fast jedem Hersteller zu haben. So zeigt der koreanische Hersteller Samsung mit seinem eigenen Betriebssystem "Bada" natürlich auch einen App Store. Nokia, dessen Symbian-Oberfläche gerade als Open-Source freigegeben wurde, hofft auf Programmiererzuspruch.

Und dann sind da noch die Netzbetreiber, die fürchten, das iPhone könne ihnen die Butter vom Brot nehmen: Eine zum MWC frisch gegründete Alianz namens "Wholesale Applications Community", in der 24 Mobilfunkprovider sitzen - darunter Vodafone, O2 und Telekom - will einen eigenen Software-Laden starten und mit LG, Samsung und Sony Ericsson zusammenarbeiten.

Als Retter vor Apple präsentiert sich auch Google, dessen Boss Eric Schmidt extra zum MWC gereist ist. Das Android-Betriebssystem des Internet-Riesen wird Netzbetreibern und Geräteherstellern nahezu verschenkt, wenn die sich bereit erklären, Googles Werbetechnik beizubehalten, mit der auch auf mobilen Geräten das Hauptgeld verdient werden soll. Inzwischen machen zahllose Hersteller von Motorola bis Sony Ericsson mit bei Android - selbst wenn Google die Hersteller neulich mit der Direktvermarktung eines eigenen Gerätes vor den Kopf stieß.

Nokia, noch immer Marktführer im Handy-Geschäft, bei Smartphones aber deutlich zurückgefallen, sucht unterdessen den Schulterschluss mit dem Chiphersteller Intel. Maemo, ein Betriebssystem für kleine Internet-Rechner, das die Finnen entwickelt hatten, soll zusammen mit einer ähnlichen Technik von Intel verschmelzen. Ziel ist es, Tablets, Netbooks oder Handys damit zu betreiben. Tablets? Da war doch was. Ach ja, Apples iPad, das im April erscheinen soll. Der Tafelrechner ist auch auf dem MWC ein Thema, ganz ohne Anwesenheit der Steve-Jobs-Firma.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de