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Maulfaule Nordlichter

Meldung zu Grönland entfällt mangels Interesse

Eigentlich kann ja niemand mehr den Schwachsinn über Trump und Grönland hören. Nur zu verständlich ist deshalb, dass dpa am Dienstag eine Meldung absagte: „Zum Thema ‚Besuch im schleswig-holsteinischen Grönland – was denken die Bewohner über die Besitzansprüche von Präsident Donald Trump?‘ entfällt die angekündigte Meldung und das Videomaterial mangels Gesprächspartnern.“ Da kommt ein heller Kopf in der Nachrichtenagentur dpa darauf, dass es in Schleswig-Holstein einen Ort namens Grönland gibt. Also schickt man einen Reporter ins kleine Grönland, um über das große Grönland zu sprechen. Nach der alten Journalisten-Devise „Das Große im Kleinen zeigen“ wird sich schon irgendetwas ergeben. Aber da hat man nicht mit den knorrig maulfaulen Nordlichtern gerechnet. Denn keiner der 750 Einwohner der Straßensiedlung, die zusammen mit Sommerland eine Gemeinde bildet, hält es für eine gute Idee, über Weltpolitik zu reden. Unser Dank geht an die Klein-Grönländer, die auf die Schnapsidee von dpa mit der kalten Schulter reagierten. Jeder weitere Kommentar zu dem Vorgang erübrigt sich mit dem Hinweis, dass Grönland eine Partnergemeinde nicht auf der Insel Grönland, sondern im Land Brandenburg hat – und die heißt Kotzen.

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