piwik no script img

Lokalkoloratur: Ulrich Karpen

LOKALKOLORATUR

Schriftliche kleine Anfragen von Bürgerschaftsabgeordneten an den Senat geben einem unbefangen Leser manchmal nichts als Rätsel auf. Zum Beispiel die jüngste des CDU-Abgeordneten Prof.Dr. Ulrich Karpen, seines Zeichens Hochschullehrer für Staats- und Verwaltungsrecht, der Gastprofessuren in vielen Teilen der Welt sammelte, wie andere Telefonkarten. Ist er nun ein nimmermüder Kalter Krieger, in seiner professoralen Eitelkeit verletzt, oder was treibt ihn sonst um, den Senat nach Valentin Falin zu fragen? Er wollte wissen, ob der ehemalige Botschafter der Sowjetunion und spätere Chefredakteur der Nachrichtenagentur Nowosti geeignet sei, an der Hamburger Universität Friedensforschung zu betreiben. Er habe immerhin „die veröffentlichte Meinung der Sowjetunion gelenkt“. Dieser Mann (aus dem Reich des Bösen?) habe sogar mit dem KGB zusammengearbeitet und „erwiesenermaßen“ Falschmeldungen verbreitet. Die Antwort des Senates ist in ihrer Quintessenz erfreulich direkt: Gerade weil Falin „von Chruschtschow bis Gorbatschow“ im Zentrum der Sowjetmacht gewesen war, sei sein Wissen von besonderem Wert. nm

Nur noch 460 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen